InsideOut WUK performing arts Podcast

Franziska Köberl, Mareike Heitmann und Felicitas Lukas haben sich über den InsideOut WUK performing arts Club kennengelernt und dabei den gemeinsamen Wunsch entwickelt, einen Podcast zum Thema Performancekunst zu gestalten. Unterstützt werden sie dabei von der WUK performing arts Leitung (Esther Holland-Merten und Ulli Koch).

Performative Kunst kann überall stecken: Im alltäglichen Leben, in Kulturinstitutionen, im theatralen, musischen und bildnerischen Kontext, im privaten und im öffentlichen Bereich. Sie begeben sich auf die Suche und nähern sich dem Begriff Performancekunst über Theorie und Praxis an. Mittels Gesprächen, Interviews und durchs eigene Tun tauchen sie in eine vielfältige Welt.

Die Hörer_innen laden sie dazu ein, sie auf dieser Reise zu begleiten und selbst forschend tätig zu werden.

Ein Finden von Lösungen und Wegen

Eine außergewöhnliche Saison liegt hinter dem Team von WUK performing arts, Esther Holland-Merten und Ulli Koch. Für den InsideOut Podcast haben sie sich zum Gespräch getroffen, um über die Hindernisse, Wagnisse und Erfolge der letzten Saison zu sprechen.

Die Saison 2020 | 2021 war bei WUK performing arts von der Corona-Pandemie bestimmt. Für das Team bedeutet das zum Beispiel sich plötzlich mit Sitzplatznummerierungen auseinanderzusetzen und Wege zu finden, wie diese schnell umgesetzt werden kann. Auch die digitalen Angebote von WUK performing arts haben ihre Tücken in sich, denn im Gegensatz zu Performances mit Publikum im Raum, kann nicht schnell mal ein Scheinwerfer ausgetauscht werden, sondern es gilt mit der sensiblen Technik zu arbeiten und alles so gut vorzubereiten, dass es zu keinen Problemen kommt.

"Eine Biene ist in unsere Box gefallen"

Felicitas Lukas, Mareike Heitmann und Franziska Köberl treffen sich im Hof des WUK und machen sich auf den Weg ins Infobüro, wo eine Performance-Box für sie bereit steht. Asher O'Gorman, Daniel Lercher und Sara Silverthorn haben mit "if a bee falls into a box" eine Performance für zu Hause entwickelt, die zum Experimentieren und Staunen anregt.

Hört rein, die akustischen Leckerbissen der Home-Performance wecken bestimmt eure Neugier!

P.S.: Wenn ihr euch absolut überraschen lassen wollt, borgt euch die Box zuerst aus und hört euch die Folge erst danach an.

"Wann fall' ich hin und wie steh' ich wieder auf?"

Wann sage ich etwas? Wann nicht? Ist Schweigen eine bewusste Entscheidung? Wann mache ich mich angreifbar, indem ich Dinge anspreche und beim Namen nenne?

Leonie Humitsch und Steffi Sternig sprechen von einer fragilen Performance, die sich in ihrer Fragilität mit den Worten, der Sprache Ingeborg Bachmanns trifft. Während Bachmann sich mit dem Thema Grenze jedoch durchaus auch auf geografischer Ebene auseinandersetzte, geht es in „MeinAllesaufderWelt“ erstmal um die individuellen Grenzen.

"Es braucht ein Dorf, um ein Kind großzuziehen."

Wie kommt man auf die Idee, ein performatives Projekt über Erziehung zu machen? Lajos Talamonti von Interrobang gibt einen Einblick in den theoretischen Überbau und dessen performative Umsetzung in "Familiodrom".

Ist der Untertitel „Ein Empowerment nach Rousseau“ ein Widerspruch? Lässt sich Rousseau überhaupt in die Gegenwart transformieren? Darauf verspricht die Produktion keine Antwort, sondern vielmehr eine Form, die diese Fragen bearbeitbar macht. Uns erwartet nicht die Interpretation Rousseaus Werk „Emil oder Über die Erziehung“ durch Interrobang.

“Ich wollte verstehen."

Samu Gryllus, Komponist, und Brina Stinehelfer, Regisseurin der "Geiseloper" haben sich mit Beáta Gerendás, Dramaturgin, getroffen und über ihr Bedürfnis, die Geiselnahme im Ungarn des Jahres 1973 sowie die Beweggründe dahinter zu verstehen, gesprochen.

Samu Gryllus, von dem auch das Konzept zur Oper stammt, stieß zufällig auf den Stoff, in Form der Erinnerungen eines Neurologen, der zwei Tage lang mit den Geiselnehmern verhandelt hat. Der Arzt war es auch, der ihnen erklärte, warum eine Diktatur einer Tat wie der ihren nicht nachgeben könne: Binnen weniger Tage würden Geiselnahmen in allen Dörfern Ungarns folgen, denn fast jede_r wollte sich aus diesem System befreien.

“Ich wünsch mir, dass in 10 Jahren die Leute so selbstverständlich in den Zirkus gehen, wie zum Tanz..."

Arne Mannott hat den InsideOut WUK performing arts Club einen virtuellen Besuch abgestattet und spricht mit Kulturvermittlerin Johanna Jonasch sowie den Teilnehmenden des Clubs über seine Produktion "circus".

So viele Formen entstehen im zeitgenössischen Zirkus, dass sich Arne Mannott manchmal schon fragt, “ist das noch Zirkus oder schon Zirkus?” Definitiv ist zeitgenössischer Zirkus in Österreich noch eine junge Sparte und zu erkennen, da meistens nicht mehr mit Tieren und mit weniger Spektakel gearbeitet werde.

Also Proben kann man's nicht.

Ulli Koch trifft Susanne Schuda und Nehle Dick zum Gespräch. Die beiden stehen hinter dem Format Late Night Group Therapy, das regelmäßig im Programm der WUK Performing arts zu finden ist. Nun stehen zwei neue Termine auf Okto TV an!

Die Kunstfigur Schudini The Sensitive lädt Gästinnen ein, über ihre brennenden Fragen zu sprechen und hilft ihnen dabei neue Sichtweisen darauf zu finden. Das innere Bild der Künstlerinnen: Wissenschaftler_innen kommen und erhalten Hilfe von Schudini The Sensitive.

Die kommenden Shows widmen sich dem Thema Machtverhältnisse im Internet und der sozialen Klassenfrage. Was Schudini The Sensitive wohl aus dem kollektiven Unbewussten hervorholt?

Nach zwanzig Jahren Jonglieren war ich einfach gelangweilt.

Ulli Koch und Arne Mannott sprechen über die Neuerfindung der Zirkuskunst, das Spannungsfeld von alt und neu, zeitgenössisch und experimentell und natürlich über Mannotts künstlerische Entwicklung und die neue Produktion CIRCUS.

Die Verwandlung, Weiterentwicklung und Rekonstruktion zirzensischer Elemente steht auch bei Mannotts neuer Produktion CIRCUS im Fokus. „Nach zwanzig Jahren Jonglieren war ich einfach gelangweilt“, so der Künstler, der sich gerade in Richtung Installations- und Performancekunst entwickelt. Deshalb fing er an, seine Jonglierkeulen zu zerlegen und ließ seinen Körper auf die Fragmente reagieren. Aus diesen Fragmenten und Reaktionen ist CIRCUS entstanden.

Depressed? It might be 2020

Seit 2018 arbeitet saft queerfeministisch und kollektiv. saft ist nicht nur ein Theaterkollektiv, sondern auch als eine Art Plattform zu verstehen, die sich weiterentwickelt, Grenzen auslotet und verschiedene Mitstreiter_innen für Projekte zur Mitarbeit einlädt. Wichtig sind den Kollektiv-Mitgliedern gleichberechtigte Arbeit auf allen Ebenen und gemeinsame Entscheidungsprozesse.

“Politischen Depression” ist safts Sujet zu “Burning Tissues - transform your emotion into motion”. Politische Depression meint u.a. die Verwobenheit politischer und privater Elemente; also auch, dass Institutionen und Politik beeinflussen, wie wir im Privaten Emotionen und Gefühle erleben. Wenn es zum Beispiel heißt, wir seien für unser Wohlergehen ausschließlich individuell verantwortlich, verdeckt das die Umstände, die beeinflussen, wie wir uns fühlen, erklärt saft. Ulli Koch: “Das wirkt sich dann direkt auf die politische Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit aus und beeinflusst so auch nochmal das Individuum?!” saft: “Der Begriff möchte so ein bissl in den Mittelpunkt stellen, dass politische Entscheidungen sich auch in unserem privaten Erleben wiederfinden lassen. ... Es gibt da zwei Extreme: auf der einen Seite schließt die politische Depression mit ein, das Menschen sich als politisches Subjekt entziehen und sagen 'Politik hat mit mir nichts zu tun', aber es schließt genauso mit ein, dass 'ich als Aktivistin immer wieder an die gleichen Grenzen stoße... meine Arbeit illegalisiert wird... dadurch entsteht auch wieder ein Frustmoment… man stößt an emotionale Grenzen.'”

Strukturelle Ausgrenzung, wie Kolonialismus und Rassismus, sind Themen, die zwangsläufig dazugehören. Unruhe, weniger die Wut, bildet dabei den Grundtenor der Arbeit des Kollektivs. Wenn die Struktur nicht kritisiert wird, zwingt das die Menschen in die Arbeit mit sich selbst. Therapie spielt also auch eine Rolle in safts aktueller Digitalperformance; ein Thema, das sie zunächst ganz anders ausschöpfen wollten. Pandemiebedingt landen sie dann doch beim Format Teleshopping und TV. Erfahrt mehr im Gespräch mit Ulli Koch und saft in der Folge 9.

"Ich utopiere. Du utopierst. Wir utopieren."

Franziska Köberl und Felicitas Lukas tauschen ihre Eindrücke über den erlebten Audiowalk "über.morgen" des Kollektivs theaternyx* aus und erzählen Mareike Heitmann davon. Im Anschluss führt Ulli Koch durch das Künstler_innengespräch mit Claudia Seigmann, eine der Theatermacher_innen von theaternyx*.

Es ist ein nieseliger Herbstnachmittag und das Wetter lädt eher zum Tee auf der Couch ein, als zu einem 100 minütigen Spaziergang quer durch Wien. Trotzdem packen sich Franziska und Felicitas warm ein und es dauert keine fünf Minuten, da ist das Wetter vergessen und die beiden tauchen ein in ein Zukunfts-Wien. In dieser Folge berichten sie Mareike von besonderen Eindrücken und sprechen über Kunst und Zukunft.

"Moderskap - Motherhood - Mutterschaft"

Anna Maria Nowak erarbeitet zusammen mit Anna Mendelssohn, Karin Pauer und Stephan Sperlich ein Protokoll des verkörperten Nachdenkens, der Gedankenpflege.

Die Metapher ist als Denkweise und nicht als poetisches Werkzeug von entscheidender Bedeutung. In Oceans of Notions (swimming) untersuchen die Künstler_innen die Art und Weise, wie Frames aufgebaut werden, Erzählungen, um bestimmte Themen emotional aufzuladen oder zu entladen.

"Kuratieren als Liebeserklärung."

In dieser Folge könnt ihr die Saisoneröffnung der WUK performing arts nachhören. Esther Holland-Merten, Ulli Koch und Johanna Jonasch präsentieren das Programm für die kommende Spielzeit 2020|2021. Ein Ein- und Ausblick für die Ohren!

Die Spielzeit der WUK performing arts 2020/2021 ist eröffnet! Das Team von WUK performing arts sind Esther Holland-Merten (künstlerische Leiterin), Ulli Koch (Öffentlichkeitsarbeit) und Johanna Jonasch (Leiterin des InsideOut WUK performing arts Club). Gemeinsam sprechen sie über ihre Vorhaben in der neuen Saison.

"Die Zeit nahm ihre Pflicht wahr und verstrich."

Franziska Köberl und Felicitas Lukas berichten über ihren Vorstellungsbesuch von Nikolaus Adlers "sing no more this bitter tale ...", das im Februar 2020 seine Premiere erlebte.

Zudem wurde das Künstler_innengespräch, das im Anschluss an die Performance stattfand, aufgezeichnet und in den Podcast eingewoben. Hier schildert das Team die Zusammenarbeit und Nikolaus Adler seinen Zugang zu Tanz.

“Ne, da kommt nichts bei raus... Das schreitet voran.”

In dieser Folge treffen sich Mareike Heitmann, Felicitas Lukas und Teilnehmende des InsideOut WUK performing arts Club mit dem Künstler Otmar Wagner in einer Videokonferenz.

Seine gemeinsame Produktion mit Florian Feigl Hyperobjekte? Wagner und Feigl arbeiten dran … Blech und Gewebe V – VII sollte in Wien Ende März aufgeführt werden, musste aber wegen der Corona-Krise abgesagt werden. WUK performing arts hat eine Aufzeichnung der Uraufführung in Berlin zur Verfügung gestellt. In dem Gespräch geht es um das Dilemma Videoaufzeichnung, über das Material und die Symbolik von Autos, was es mit Hyperobjekten so auf sich hat und warum Florian Feigl und Otmar Wagner eher von abendlichen Sessions als von Aufführungen bei diesem Projekt sprechen.

“Das ist komisch. Das ist ja kein Schauspiel.”

In dieser Folge sprechen Franziska Köberl, Mareike Heitmann und Felicitas Lukas über mögliche Definitionen von Performancekunst und tauschen sich über erste eigene Erlebnisse aus.

Wie grenzt sich Performancekunst zu anderen Kunstspaten ab und muss sie das? Ist die Intention des_der Künstler_in relevant? Was hat die Karthasis damit zu tun?

Über strahlende Augen und das Glück einen Neffen zu haben

Felicitas Lukas, Franziska Köberl und Mareike Heitmann sprechen über ihre Geschichten, wann und wie sie zum Performing Arts Club InsideOut vom WUK gestoßen sind. Daran anschließend treffen sie die Leiterin des InsideOut WUK performing arts Club Johanna Jonasch.

Die freischaffende Theaterpädagogin und Kunstvermittlerin Johanna Jonasch erzählt uns über ihre Anfänge, wo ihrer Ansicht nach der Unterschied zwischen den, doch sehr nahen Berufsbereichen, liegt und wie sie ihr Weg ins WUK geführt hat.

"Da tun so Menschen Dinge; anders als sonst. Und das ist so Kunst."

Franziska Köberl und Mareike Heitmann treffen Esther Holland-Merten, die Leiterin von WUK performing arts, gemeinsam mit Ulli Koch, die sich für PR und Marketing verantwortlich zeichnet, zum Gespräch.

Nach einer assoziativen Vorstellungsrunde, die uns Einblick in die Persönlichkeit der beiden und in ihre Arbeit gibt, sprechen wir über erste Begegnungen mit Performance und was diese Kunstform, gerade auch in Abgrenzung zum konventionellen Sprechtheater, auszeichnet.