Kuratorische Führung und Performance: "Off the Precipice"
Im Anschluss an die kuratorische Führung durch die Ausstellung, findet die Performance „Giwiinoondaagozimin“ von Holden Madagame statt.
Holden Madagame wird ein 20-minütiges, narratives, ritualbasiertes Stück mit Bewegung, Trommeln und Gesang aufführen, das den Titel „Giwiinoondaagozimin“ trägt – was in Anishinaabemowin, seiner indigenen Sprache, so etwas wie „Wir wollen gehört werden“ bedeutet. In Verbindung mit der Prophezeiung der 7 Feuer, die alle Völker der Welt dazu führt, die alte Weisheit ihrer Ahnen wiederzuentdecken, schaffen sie ein Portal, durch das seine Ahnen über Zeit, Raum und Musik zu uns sprechen.
„Wenn ich schließlich so laut singe und trommle, wie ich nur kann, ist meine Stimme 1000 Mal lauter. Die Trommel ist tausend Trommeln. Meine Vorfahren sind alle hier bei mir und singen durch mich. Ihre Trommeln trommeln alle durch meine Trommel, und nichts kann mir etwas anhaben.“
Off the Precipice
Künstler*innen: Endi Tupja, Giulia Palladini, Holden Madagame, Ivan Marković, Khaled Barakeh, Mahsa Aleph, Marta Popivoda, Melanie Rivera Flores, Razan Sabbagh, Tsēmā Igharas, Zelikha Zohra Shoja.
Kuratiert von Center for Peripheries
Von Mexiko bis Albanien, vom ehemaligen Jugoslawien bis Afghanistan, von Ostdeutschland bis Syrien leben Generationen von Menschen, deren Realität von einem Moment auf den anderen zerbrochen ist: Die gravierenden Veränderungen der politischen Lage im jeweiligen Land greifen in jeden Aspekt ihres täglichen Lebens ein. Off the Precipice (Im Abgrund) ist eine kuratierte Gruppenausstellung mit elf Künstler*innen aus Kontexten, in denen ein solcher Umbruch stattfand. In ihrer Auseinandersetzung mit diesem Wandel setzen sie unterschiedliche Ereignisse auf der ganzen Welt in Bezug zueinander. Was passiert mit einem Selbstverständnis, wenn die Werte, die es hochzuhalten galt, die Kunst und Kultur, in die eine*r eingebettet war, und die Regeln, die den Alltag bestimmten, plötzlich obsolet werden?
Im Raum der kunsthalle exnergasse, begriffen als volumetrischer Rahmen, werden die Kunstwerke entlang eines Achsensystems so platziert, dass ihre dispers „verstreuten“ Elemente miteinander in Kontakt kommen, um neue Netzwerke des Austauschs und solidarische Narrative über Raum und Zeit hinweg auszubilden.










