(c) Abgebaute Fahnenmasten an der ehemalige SED Parteihochschule „Karl Marx“ (PHS) der DDR, Rungestraße, Berlin-Mitte, 2013, Christof Zwiener
KunstAusstellung
Kunsthalle Exnergasse

nach 1990

Projektvorstellung und Künstlergespräch mit Christof Zwiener

In der Frimbergergasse 6-8 in Wien Hietzing befindet das ehemalige Botschaftsgebäude der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in Österreich. Für die Ausstellung „vanishing structures. Politiken des Verschwindens” hat Christof Zwiener den dem Gebäude vorgelagerten Fahnenmast abgebaut und in die Ausstellung überführt. Diese Intervention hinterlässt einerseits eine Leerstelle im Stadtbild Wiens und ist gleichzeitig ein Eingriff in das ehemalige Staatsgebiet der DDR und wirft Fragen auf nach Repräsentation, Staatlichkeit und Dominanz.

In einer umfangreichen und anhaltenden künstlerischen Recherche suchte Christof Zwiener über mehrere Jahre detailliert den öffentlichen Raum Ost-Berlins nach Spuren der DDR ab. In diesem Zuge dokumentiert er Fahnenmasten, die wie Relikte einer anderen Zeit auf die Existenz eines Staates verweisen, den es heute nicht mehr gibt. Diese Recherche versammelte er in der Publikation nach 1990 – Fokus Fahnenmast, die 2019 im Vexer-Verlag erschien.

Im Rahmen der Veranstaltung wird Christof Zwiener seine Recherche vorstellen und unter anderem auch Archivmaterial zeigen, das er im Archiv des Auswärtigen Amtes in Berlin gefunden hat. Anhand des Gebäudes in der Frimbergergasse 6–8 wird nicht nur sein künstlerischer Rechercheprozess erläutert, sondern auch die Geschichte des Hauses und damit zusammenhängend die Geschichte der DDR untersucht und wie diese bis heute prägend ist für das Zusammenleben und Erinnerungskultur, weit über eine deutsch-deutsche Geschichte hinaus.

Christof Zwiener (1972 / DE) befasst sich kritisch mit Geschichtsschreibung und deren Leerstellen und arbeitet sowohl performativ und fotografisch sowie installativ und ortspezifisch. 
 

Die Ausstellung vanishing structures. Politiken des Verschwindens untersucht, welche Fragestellungen und sozialen, politischen und ökologischen Bedingungen mit dem Verschwinden von Architekturen, Landschaften, Personen oder Traditionen verknüpft sind. Dabei werden schleichende Prozesse, beispielsweise Veränderungen im urbanen Raum, ebenso betrachtet wie die Zeitlichkeit globaler Warenströme oder fiktive Zukunftsszenarien, die voraussetzten, dass heutige Zivilisationen nicht mehr existieren. Der Fokus des Projekts liegt auf Veränderungsprozessen, Verlorengegangenem und Abwesenheiten, die oft nur von Wenigen oder gar nicht bemerkt werden. Die beteiligten Künstler_innen arbeiten vor unterschiedlichen lokalen und kulturellen Hintergründen und mit verschiedenen künstlerischen Ansätzen zu den Politiken des Verschwindens und ermöglichen einen translokalen Blick auf das Thema.

Künstler_innen: Ana Alenso, Anca Benera & Arnold Estefan, Chan Sook Choi, Karolina Freino, Shirin Mohammad, Silvia Noronha, Maha Yammine und Christof Zwiener

Kurator: Vincent Schier

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