Auf die Straße gehen
Subversion und utopischer Überschuss: die Straße als Protestraum
In den 1990er Jahren entstand in England aus einem Zusammenschluss der Rave- mit der Ökologie-Szene die Bewegung Reclaim the Streets! (RTS). Durch Erfahrungen mit polizeilicher Repression entwickelte RTS einen urbanen Protest, der die Straße für sich reklamiert, fluide statt konfrontativ, spontan und fantasievoll. Bis heute verschränken etablierte Protest-Events wie die Vienna Pride oder die Critical Mass Pop und Politik.
Die großen Protestbewegungen der jüngeren Vergangenheit mit Präsenz auf der Straße wie Fridays for Future, Extinction Rebellion oder Letzte Generation haben dagegen eher mit klassischer Mobilisierung gearbeitet. Im Verhältnis zur Größe und medialen Präsenz der Klimabewegung schien die Politik aber überraschend wenig beeindruckt – stattdessen kriminalisierte und diffamierte sie viele der Proteste. Die Pandemie zeigte zudem das Erstarken rechter Bewegungen auf der Straße.
Taugt die Straße (noch) zur Durchsetzung von politischen Forderungen – und für wen? Brauchen wir neue Protestformen, um gesellschaftliche Anliegen auf die Straße zu tragen? Was können wir von vergangenen Protestbewegungen lernen?
Vortrag
Heißes Pflaster Straße
Oliver Pohlisch (Stadtforscher und Journalist, Berlin)
und Diskussion mit:
Fridays for Future
Vienna Pride (tbc)
Moderation: Elke Rauth (dérive)








