Zeit

Mi 28.1.2026
18.30

Ort

kex—kunsthalle exnergasse

Eingang

B

(c) WUK Archiv, Foto: Helga Smerhovsky
KunstDiskussionInstallationPerformance
kex—kunsthalle exnergasse

Regular Wednesday #1

Auftakt permanent temporär

Raum als Fragestellung, Raum als Ressource, Transformation von Institutionen, Host: Francis Ruyter
Mit Daniela Hahn, Mel E. Logan, Frederik Marroquin, Peter Sit

„Erwiesenermaßen fehlt es an Kulturstätten, die eine Alltagskultur als Lebenspraxis fördern und soziale Modelle erproben, welche gemeinschaftsbezogenes Verhalten unterstützen. In einem offenen Kultur- und Werkstättenhaus sieht der Verein eine Möglichkeit, diesen Mangel weitgehend zu beheben und im TGM einen solchen Modellfall zu schaffen.“ Auszug über die Gründungsabsichten des WUK – unterzeichnet von Helmut Fielhauer, Walter Hnat und Christine Leinfellner, 1980 

Die Gründung des WUK, der Heimstätte der kex—kunsthalle exnergasse, entstand aus einer breiteren gegenkulturellen Bewegung, in Wien wie auch einem größeren europäischen Kontext. Jahre später ist von ganz anderen Bedingungen die Rede, aber auch davon, wie das Erbe dieser Bewegungen in vielen Bereichen des Kulturbetriebs internalisiert und sogar institutionalisiert wurde. Vor diesem Hintergrund beschreibt permanent temporär eher einen Umgang mit der Prekarität als etwas, das die notwendigen Voraussetzungen für Risikobereitschaft und freies Denken, ob auf künstlerischer, gesellschaftlicher oder anderweitiger Ebene, sicherstellt. Mit den zunehmenden Unterstützungsmaßnahmen wie der Leerstandsaktivierung oder den Wiener „Kulturankerzentren“ sowie der Umnutzung problematischer historischer Strukturen bietet sich eine Gelegenheit, das 8-Punkte-Programm der Gründer*innen des WUK im Kontext der Stadt, die sich um es herum entwickelt hat, neu zu überdenken. Der Blick ist in diesem Zusammenhang auch auf die sich ausweitenden Möglichkeiten zum internationalen Austausch innerhalb dieser Netzwerke gerichtet, die einst nur als lokal relevant erachtet wurden.
 

PUPPENMUTTI’S SELBSTBEDIENUNGSBAR von Hilma Bäckström

WILLKOMMEN IN PUPPENMUTTIS SELBSTBEDIENUNGSBAR

TAUCHT EIN IN PUPPENMUTTIS WELT DER KLEINEN SINNESFREUDEN

PUPPENMUTTIS SELBSTBEDIENUNGSBAR TISCHT ALLERLEI KÖSTLICHKEITEN AUF: PRALINEN, KUCHEN, GETRÄNKE UND SNACKS IN ALLEN FORMEN & FARBEN

AN DER BAR FINDET IHR THE BOOK OF INSTRUCTIONS  (DAS BUCH DER ANLEITUNGEN)

BEDIENT EUCH BEI DEN LECKEREN TAGESANGEBOTEN UND LERNT IM BOOK OF INSTRUCTIONS  SCHRITT FÜR SCHRITT DAS MIXEN DER COCKTAILS DES ABENDS 

EINSCHENKEN, VERKOSTEN, KOMBINIEREN, UND NOCHMAL VON VORNE
 

Cement Shoes von Julian Siffert und Seth Weiner

Die räumliche Intervention und Inszenierung Cement Shoes [Betonschuhe] von Julian Siffert und Seth Weiner interpretiert das institutionelle Gedächtnis als etwas, auf dem aufgebaut wird, anstatt es nur zu bewahren. Das Projekt sieht das Nostalgische als Material mit Gewicht in beinahe buchstäblichem Sinne und untersucht auf humorvolle, spielerische Weise und über prozesshafte Strategien, wie ein Ort angeeignet und genutzt werden kann, ohne unter der Last seiner Vergangenheit stecken zu bleiben. Besucher*innen und Teilnehmer*innen sind eingeladen, sich durch eine bestimmte Anordnung von Gegenständen – ob direkt aus der kex— stammend oder aus umliegenden Haushalten eingebracht – zu bewegen und diese zu aktivieren. Plakate, Willkommen-Fußmatten, Wandteile mit Spuren von jahrelangem Gebrauch, Sockel, Regale, Socken und Durchwegungselemente bilden eine Abfolge von Situationen. Einige der räumlichen Gesten verwandeln sich im Laufe des Geschehens und ihrer Verwendungsweise, während andere bestehen bleiben. Das in diesem Sinne permanent temporäre Werk fungiert sowohl als Speicher als auch Bühne, ein höflicher Störfaktor der nahen wie fernen Zukunft.

Das gemeinschaftliche Experiment permanent temporär entwickelt aus einer Reihe von Einladungen und Veranstaltungen unterschiedlicher Formate, den Regular Wednesdays, eine verdichtete Ausstellung, deren Eröffnung erst am Ende des Prozesses steht.

Thematisiert werden die vier Felder Raum und Ressourcen, Leerstellen oder (scheinbar) Abwesendes, Strategien der Programmierung und Teilhabe sowie die Widersprüchlichkeit des beständig Neuen und immer Temporären. Den Ausgangspunkt bilden dabei Künstler*innen-Biografien sowie der Wandel von Institutionen und Kunstbegriffen in den letzten Jahrzehnten in Wien und darüber hinaus. 

Die Künstler*innen und Kurator*innen Peter Kozek, Munira Mohamud, Francis Ruyter und Johanna Tinzl wurden eingeladen, im Hinblick auf die inhaltliche Rahmung der Ausstellung Veranstaltungen, Gesprächsrunden oder andere Formate als Regular Wednesday zu konzipieren und zu hosten.

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