30 Jahre kulturen in bewegung Fiber space
Zum 30-jährigen Jubiläum von kulturen in bewegung und der Saisoneröffnung von WUK performing arts erwartet Euch im FIBER space die gefeierte Performance SPAfrica von Studio Hetzel und Ntando Cele, ein Workshop zu Artistic Freedom und Human Rights und ein Musikprogramm mit Live Acts und DJ-Sets.
In ihrer Bühnenshow SPAfrica thematisieren Studio Julian Hetzel und Ntando Cele, wie immaterielle Güter wie Identität und kultureller Hintergrund am internationalen Kunstmarkt kapitalisiert werden. Der kulturelle Hintergrund und die Identität der Protagonist*innen sind zu wertvollen Ressourcen der Wertschöpfung geworden. Ist Trauma das neue Gold der Kunst? Am 30.9. findet ein Artist Talk mit Ntando Cele im Anschluss an die Performance statt.
Unter dem Titel Resisting Pressures: Protecting Artistic Freedom as a Human Right laden kulturen in bewegung gemeinsam mit der Österreichischen UNESCO Kommission und dem VIDC - Global Dialogue am 30.9. zu einem Workshop mit internationalen Künstler*innen sowie Vertreter*innen aus Kunst, Kultur und Menschenrechtsarbeit ein.
Auch musikalisch gibt am 01.10. nach der Vorstellung noch einiges zu entdecken: Die Harfenistin und Klangkünstlerin Miriam Adefris bewegt sich zwischen Jazz, Improvisation und experimenteller Musik. Die Verbindung von Harfe, elektronischer Bearbeitung und freier Improvisation lässt vielschichtige Klanglandschaften und fein nuancierte Klangtexturen entstehen. Die Vielfalt zeitgenössischer Clubmusik feiern wir zum Abschluss mit experimentellen Sounds von मm. (read: mwo) und hybriden Club-Einflüssen aus House, Hip-Hop und nordafrikanisch-westasiatischen Dance-Traditionen mit Dj Zidi.
about
Performance SPAfrica
Studio Julian Hetzel (er/ihm)
Julian Hetzel arbeitet als Performance-Künstler, Musiker und bildender Künstler. Er entwickelt Werke an der Schnittstelle von Theater, Musik und Medien, die eine politische Dimension und einen dokumentarischen Ansatz haben. Er ist künstlerischer Leiter des Studio Julian Hetzel, einer in Utrecht ansässigen Organisation, die seine künstlerischen Projekte realisiert und produziert. Hetzels Werke werden international produziert und in über 20 Ländern weltweit präsentiert.
2017 erhielt Hetzel den VSCD-Mimepreis für The Automated Sniper (produziert von Frascati Producties und Ism & Heit). 2019 war All Inclusive (von CAMPO und Ism & Heit) Teil der offiziellen Auswahl des Nederlands Theaterfestival. SELF von Julian Hetzel war der niederländische Beitrag auf der Praguer Quadriennale 2019. Im August 2019 präsentierte Hetzel drei Werke auf der Biennale Teatro di Venezia. Er ist assoziierter Künstler am Kunstencentrum CAMPO Gent (Belgien).
Seit 2021 erhält Studio Julian Hetzel strukturelle Förderung vom Fonds Podiumkunsten (FPK) und der Stadt Utrecht
Ntando Cele (sie/ihr)
Ntando Cele wurde in Südafrika geboren und lebt in Bern, Schweiz. Sie studierte Schauspiel in Durban und besuchte zudem die DasArts in Amsterdam. Ihre Arbeit sprengt die Grenzen zwischen
physischem Theater, Videoinstallation, Konzert und Performance. Sie verbindet Musik, Text und Video, um ihre eigene Identität auf der Bühne neu zu erschaffen.
Musikprogramm
Miriam Adefris (sie/ihr)
Miriam Adefris ist Harfenistin, Klangkünstlerin und Komponistin und lebt in London. Sie nutzt den analogen Harfenklang in Verbindung mit elektronischer Bearbeitung und interessiert sich dabei besonders für Klangtexturen sowie die Wechselwirkung zwischen Klang und Umgebung. Ihre Soloauftritte, die sowohl in der Improvisation als auch in komponierten Strukturen verwurzelt sind, zielen darauf ab, das Publikum in ein Hörerlebnis einzutauchen und alternative Wege der Verbindung zu schaffen. Sie vereint vielfältige musikalische Einflüsse, darunter ihr Harfenstudium in Wien und ihre Einbindung in die reichhaltige Londoner Experimental- und Jazzszene.
Neben dem Spielen ihrer eigenen Musik stehen die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern sowie die Komposition von Musik für visuelle Darstellungen und Klanginstallationen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. In jüngster Zeit erlangte Miriam Adefris nicht nur als Solistin, sondern auch durch ihre kreativen Kooperationen mit dem Elektronikmusiker Floating Points, der Sängerin Ganayva, dem Multi-Instrumentalisten Shabaka Hutchings und anderen über die Grenzen Großbritanniens hinaus Aufmerksamkeit. Sie tourte weltweit an einer Vielzahl von Veranstaltungsorten und Festivals wie dem Sydney Opera House, dem Knockdown Center in New York, dem Primavera in Barcelona, dem London Jazz Festival, dem Xjazz! Festival Berlin, dem Popfest Wien, Transmissions Ravenna (IT), dem C2C Festival Turin (IT) und vielen anderen.
Mit Miriams neuem Projekt Flur, bestehend aus ihr selbst, Isaac Robertson (Tenorsaxophon) und Dillon Harrison (Schlagzeug), wird am 5. September 2025 ihr Debütalbum beim Pariser Label Latency erscheinen.
মm. (they/them)
মm. (ausgesprochen: „mwo“, genau wie im bengalischen Alphabet) ist DJ, Kurator und Community-Organisator mit Sitz in Dhaka und Wien. Er spielt mit Percussion, Rhythmen, Bass und Dramatik, um Erfahrungen von
Zeit und Energien herauszuarbeiten. They arbeitet vorwiegend mit Genres, Stilen und Rhythmen des globalen Südens und des Black Atlantic, um Sonologien kollaborativer Musikgeschichten über die größeren Regionen hinweg und deren
Diasporas in Metropolen anderswo zu inszenieren. They kuratiert und mixt entlang von Klangbewegungen, diasporischen Kooperationen und Hybridität, verbunden mit Nostalgie, kollektiven Erinnerungen und verkörperten
Kulturen von Musik und Tanz. In den letzten Jahren stand they gemeinsam mit Künstlern wie Ikonika, DJ Haram, Nick Leon, Manuka Honey, Idlibra, Kode9, Heavee, Toumba, Assyouti, Vanyfox, Sarah Farina, Authentically Plastic, Bapari, DJ Lycox und vielen anderen auf der Bühne.
Für them ist es wichtig, im Dialog mit der Tanzfläche zu stehen und oft kritisch zu hinterfragen, wie solche Räume gestaltet werden und für wen sie bestimmt sind, wobei sie dazu neigen, Queerness in den Mittelpunkt zu stellen und Konzepte des Nachtlebens und des Tanzes aus der euro-amerikanischen Clubkultur zurückzugewinnen. Als Kurator*in und Organisator*in im Bereich der Clubkultur interessiert them sich für: selbstorganisierte Gemeinschaften; sicherere Räume und Maßnahmen zur Barrierefreiheit; queere-feministische, postkoloniale und posthumane Praxis im Clubkontext; Dialoge des Globalen Südens in der Clubwirtschaft; sowie kollektive Erfahrungen von Klang und Bewegung, die sowohl somatisch als auch intellektuell sind.
DJ Zidi (er/ihm)
DJ Zidi, der aus den pulsierenden Straßen Kairos stammt und nun auch in Wien für Furore sorgt, versteht es meisterhaft, den Spaß am Chaos mit der Schönheit von Tanzrhythmen zu verbinden. Mit seiner Leidenschaft für klangliche Vielfalt kreiert Zidi genreübergreifende Sets, die sich um die dynamischen Beats der House-Musik und den energiegeladenen Flow des Hip-Hop drehen und mit arabischen, kurdischen, persischen und nordafrikanischen Tanzmelodien angereichert sind.
Workshop
Tayo Alemi, aka Authentically Plastic (they/them)
Künstler*in, DJ und Produzent*in aus Kampala, Uganda. 2018 gründete Tayo Alemi das Kollektiv ANTI-MASS mit, das queeren Menschen Räume der Begegnung und des Ausdrucks in Ugandas zunehmend repressivem gesellschaftlichem Klima eröffnete. Die Suche nach Gemeinschaft unter ständiger Beobachtung spiegelt sich unmittelbar in der Musik wider: in dichten, temporeichen und rhythmisch komplexen elektronischen Kompositionen, die auf vorkolonialen Acholi-Traditionen aufbauen und zugleich die Hierarchien westlicher Musikkonventionen hinterfragen.
Die erzwungene Flucht aus Uganda beendete dieses Kapitel abrupt, schärfte jedoch zugleich die Auseinandersetzung mit der Frage, was es bedeutet, Kunst über Grenzen hinweg, unter prekären Bedingungen und ohne einen sicheren Ort als Ausgangspunkt zu schaffen.
Salomé Jashi (sie/ihr)
ist eine georgische Dokumentarfilmerin und Vorsitzende der Documentary Association Georgia (DOCA). Sie realisierte mehrere kurze und mittellange Dokumentarfilme. Ihr Film „Taming the Garden“ (2021) feierte seine Premiere im World Cinema Documentary Competition des Sundance Film Festivals sowie im Forum der Berlinale und wurde für die European Film Awards nominiert. „The Dazzling Light of Sunset“ (2016) wurde bei Visions du Réel ausgezeichnet, „Bakhmaro“ (2011) für die Asia Pacific Screen Awards nominiert. Ihr Gesamtwerk wurde 2023 im BAMPFA im Rahmen einer Reihe von Filmvorführungen und Gesprächen gewürdigt. Salomé Jashi wurde 2024 mit dem Berlin Art Prize und dem KAIROS-Preis Europäischer Kulturpreis ausgezeichnet.
Klara Koštal (sie/ihr)
Leitung des Fachbereichs „Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ bei der Österreichischen UNESCO-Kommission. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Kulturmanagement und Politikwissenschaften an der Universität Wien und am King’s College London. Sie ist Fachautorin beim „Compendium of Cultural Policies and Trends“ und Geschäftsführerin des Musikfestivals „wellenklaenge“ in Lunz am See.
Miriam Mona Mukalazi (sie/ihr)
leitet das Afrika-Politikprogramm am Vienna Institute for Dialogue and Cooperation mit den Schwerpunkten EU-Afrika-Beziehungen sowie Frieden und Sicherheit. Zuvor war sie als Max-Weber-Postdoktorandin am Robert-Schuman-Zentrum für fortgeschrittene Studien am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz tätig und promovierte in Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität. Miriam begann ihre Karriere bei UN Women Deutschland und spezialisierte sich auf die Agenda „Frauen, Frieden und Sicherheit“ der Vereinten Nationen. Als Gastwissenschaftlerin arbeitete sie an der Georgetown University in Washington, D.C., sowie am Institut für Friedens- und Sicherheitsstudien in Addis Abeba. Miriam lehrte an der Universität zu Köln und war als Beraterin für das Centre for Feminist Foreign Policy, die Weltbank und die Europäische Kommission tätig.
Vahida Ramujkić (sie/ihr)
ist eine in Belgrad lebende bildende Künstlerin, Forscherin und Kulturarbeiterin. Ihr Schwerpunkt liegt auf den strukturellen, arbeitsrechtlichen und sozioökonomischen Bedingungen von Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen. Sie promovierte an der Universität der Künste in Belgrad. Seit 2020 leitet sie ULUS, Serbiens größten Berufsverband für bildende Kunst. Sie ist Initiatorin und Co-Koordinatorin eine Plattform zur Erforschung von Arbeitsbedingungen in der bildenden Kunst, die Policy Papers und Studien zur zeitgenössischen Kunstproduktion entwickelt. International ist sie Mitbegründerin von ROTORRR (2001–2008) und Minipogon (2017–2023), die sich mit solidarischen Wirtschaftsmodellen beschäftigen. Ihre Forschung befasst sich mit Wissensproduktion, kollektivem Gedächtnis und sozialer Organisation. 2011 erhielt sie den ersten Preis des October Salons.
Moderation
Noura Maan (sie/ihr)
studierte Geschichte an der Universität Wien. Sie arbeitet als Chefin vom Dienst beim „STANDARD“ und ist Teil des Ressorts Außenpolitik. In ihrer journalistischen Arbeit beschäftigt sie sich unter anderem mit dem Nahen Osten, US-Politik sowie gleichstellungspolitischen Themen und kommentiert regelmäßig aktuelle internationale Entwicklungen. 2023 gab sie gemeinsam mit Beate Hausbichler den Sammelband „Geradegerückt – Vorverurteilt, skandalisiert, verleumdet: Wie die Biografien prominenter Frauen verzerrt werden“ im Verlag Kremayr & Scheriau heraus. Darin wird untersucht, wie mediale und gesellschaftliche Narrative die Wahrnehmung von Frauen in der Öffentlichkeit prägen.
Credits SPAfrica
Concept
Julian Hetzel and Ntando Cele
Direction
Julian Hetzel
Performance
Ntando Cele
Dramaturgy
Miguel A. Melgares
Artistic advisor
Sodja Lotker, Khanyisile Mbongwa
Music & composition
Frank Wienk
Light design
Nico de Rooij
Technical coordination
Vincent Beune, Aengus Havinga
Technicians
Tom Doeven, Simon Kelaita, Bea Verbeek, Wout Jansen
Technical solutions
Merijn Versnel, Guido Bevers
Production manager
Marieke van den Bosch
Production Cape Town
Lungile Mbongwa
Galerist Cape Town
Mpilo Ngcukana
Production assistant
Jana Riese
Assistant costume designer
Merel van Erpers Roijaards
Mask artist
Carly Heathcote
Make-up artist
Julia Markow
Prop maker
Saskia Hartog
Intern
Piet van Duijn Ferreira
Video documentation
Reynold Reynolds, Bongeka Ngcobo
Video performer
Revé Terborg
Photography
Alexandra Masmanidi, Anouk Maupu
Produced by
Studio Julian Hetzel
Co-produced by
Schauspiel Leipzig (DE), CAMPO Gent (BE), Theatre Vidy-Lausanne (CH), SPRING Performing Arts Festival Utrecht (NL), Auawirleben Festival, Bern (CH)
With the support of
Performing Arts Fund (NL), City of Utrecht (NL), Fonds21 (NL), Vriendenloterij Fund (NL), Prins Bernhard Culture Fund (NL), Fentener van Vlissingen Fonds (NL), Onassis AiR Athens (GR), 16 on Lerotholi Gallery (ZA)
Tickets & Preisinfos
- WUK Onlineshop
- TicketGretchen: ticketgretchen.com
- Abendkassa WUK: nach Verfügbarkeit, Währinger Straße 59, 1090 Wien.
Die Abendkassa öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. - Wahlpreissystem:
Bei Veranstaltungen von WUK performing arts entscheidest du selbst, wie viel du zahlen kannst.
Zur Auswahl stehen € 22, € 18 und € 14.
Zusätzlich bieten wir eine ermäßigte Kategorie um € 10 für folgende Personengruppen an: Alleinerziehende, Arbeitssuchende, Sozialhilfe Empfänger*innen, Asylwerbende, Studierende, Pensionist*innen, Personen mit geringem Einkommen - Weitere Informationen zu unserem Wahlpreissystem findest du hier.
- Kulturpass: Inhaber*innen eines Kulturpasses können ihr Ticket online buchen, sofern es noch Kontingent gibt. Wir bitten darum, den Kulturpass gemeinsam mit dem Ticket bei Einlass unaufgefordert vorzuweisen.





















