Zeit

Mo 16.3.2020
19.00 Uhr

Preis

Eintritt freie Spende

Ort

Foyer

Gesellschaft & PolitikDiskussionFilm

Bauer unser

WUK%Attac Filmabend

Schweinehälften laufen auf Fließbändern von der Schlachtbank. Sojafutter aus Übersee wird angeliefert. Die Melkmaschine findet automatisch das Euter und saugt Milch ab mit einem Marktwert, den die Bäuer_innen kaum für Mineralwasser eintauschen können. Zigtausende Eier verlassen täglich Produktionsanlagen, in denen 18 Hühner mit maximierter Legeleistung pro Quadratmeter als artgerechte Tierhaltung gelten. Sollte irgendjemand angenommen haben, Österreich sei noch die kleinstrukturierte Insel der Seligen im Meer der industrialisierten Landwirtschaft der Wohlstandsländer, wird im Kinofilm "Bauer unser"mit der unverblümten Realität konfrontiert: kein süßes Werbeschweindl weit und breit, nur Masttiere, die nach 120 Tagen Fütterung mit brasilianischem Soja in Hälften zersägt werden.

Es ist ein vielstimmiges Porträt jener Zwänge, die die Nahrungsmittelproduktion in Österreich anleiten, das Filmemacher Robert Schabus, selbst Abkömmling einer Kärntner Bauernfamilie, in der Doku zeichnet: Die Landwirt_innen, die unter dem Effizienzdogma ächzen, und jene, die sich als Ab-Hof-Verkäufer_innen verweigern; die Wirtschaftsvertreter_innen, Molkereichef_innen und Funktionär_innen, die auf neue Märkte in Vietnam oder Japan hoffen oder das Unglück anprangern, das immer höhere Produktionsraten bei immer niedrigeren Preisen anrichten – sie alle kommen zu Wort und führen die Zusammenhänge zwischen Marktmechanismen und Lebensrealitäten plastisch vor Augen. [...]

Die verdienstvolle Arbeit, die Schabus Doku leistet, ist, dass auch Konsument_innen weit weg von den Produktionsorten seiner Nahrungsmittel spüren, dass etwas nicht in Ordnung ist mit dem, was täglich vom Supermarkt in den Mund wandert. Und sich dann vielleicht mit der Frage auseinandersetzen: Wollen wir wirklich eine Lebensmittelproduktion, die sich voll und ganz den Gesetzmäßigkeiten des Marktes unterwirft?

Alois Pumhösel, Der Standard, 10.11.2016

 
Anschließend Filmgespräch
Mit Jutta Matysek (BürgerInitiative Rettet die Lobau - Natur statt Beton) besprechen wir, wie im Raum Wien mit hochwertigem Ackerland, das eine regionale Versorgung von Wien und Umgebung garantiert, umgegangen wird. Und was 3. Piste und Lobauautobahn für die Bauern der Gegend bedeuten.

Bauer unser
Dokumentarfilm von Robert Schabus
Österreich 2016, 92 Minuten                                                                                        

Veranstalter: WUK und Attac

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