Arbeit. Stück. Motivation.

Das SchauSpielWerk Rita Dummer _Momo von Michael Ende , (c) Joseph Körberl, April 2018, WUK

Arbeit. Stück. Motivation.

Rita Dummers SchauSpielWerk

Die Regisseurin und Initiatorin von Das SchauSpielWerk im Gespräch mit Saskia Schlichting über das, was Theater für Kinder und Jugendliche sein kann und soll. Das SchauSpielWerk zeigt 2018 in einer Koproduktion mit dem WUK KinderKultur die Trilogie Macht*Glück.

Wie ist Das SchauSpielWerk entstanden?

Da gibt es mehrere Gründe und Auslöser. In meiner Kindheit haben wir in unserer Siedlung mit allen Kindern an Theaterstücken gearbeitet, Kostüme gebastelt, und dann gab es eine große Aufführung. Dieses lebendige kreative Werken war prägend für mich. Ich hab später in Wien Schauspielausbildung gemacht, davor ein Kolleg für Kunsthandwerk und Design an der Glasfachschule in Kramsach abgeschlossen. Neben meinen Theaterengagements hab ich jahrelang auch an der Musicalschule Klagenfurt Schauspiel unterrichtet und dort auch Regie für Musicals gemacht und Musicalshows selber geschrieben. Ich wurde immer wieder gefragt, ob ich nicht in Wien auch Schauspiel unterrichten könnte. Und irgendwann wagte ich den Schritt und gründete 2009 SchauSpiel/2014 Das SchauSpielWerk. Meine Vision dabei war und ist es, Theaterspielen als Gesamtprozess, vom Erarbeiten der Rolle, zu den Szenen bis zum fertigen Theaterstück mit Kostüm, Bühnenbild und Licht, zu vermitteln.

Mit welcher Methode arbeitest du mit den Kindern und Jugendlichen?

Ich arbeite an allen handwerklichen Techniken anhand spielerischer Übungen: Improvisation, Emotionen, Stimmarbeit, Körperlichkeit, Sensibilisierung, Rollenarbeit. Wie eine klassische Schauspielausbildung, nur ist dafür natürlich viel zu wenig Zeit. Im Mittelpunkt steht die Rollen- und Textarbeit, das ist ein Prozess, auch eine Persönlichkeitsbildung. Alle Spieler_innen arbeiten dann oft gleichzeitig an ihren Szenen, üben miteinander, helfen sich gegenseitig, wenn jemand fehlt. Theaterspielen ist eine Ensemblearbeit, das funktioniert nur im Team.

Welchen Stellenwert hat das Theaterspielen für Kinder und Jugendliche aus deiner Sicht?

Spielen, in andere Rollen zu schlüpfen, Improvisieren, gemeinsam ein Stück einzustudieren und aufzuführen, ist eine ganz neue Erfahrung. Der Applaus, die Belohnung für die Arbeit übers ganze Jahr ist ein Motor den es sonst nicht so oft gibt. Theater sollte an Schulen ein fixer Gegenstand sein. Theaterspielen macht lebendig, macht Mut zum Ausprobieren und Anderssein, und lässt einen stolz sein auf die eigene Verwandlungsfähigkeit.

Wie wählst du die Stücke aus und was ist bei der Stückauswahl entscheidend?

Prinzipiell suche ich Stücke die thematisch so viel hergeben, dass wir ein Jahr daran arbeiten können, die Charaktere spannend sind, mich sprachlich und regietechnisch inspirieren und für das Alter geeignet sind. "Der Gewissenlose Hasse Karlsson"  von Henning Mankell, das 2015 im WUK aufgeführt wurde, war eines meiner Lieblingsstücke. Die Stückauswahl hat natürlich auch mit der Zusammensetzung der Spieler_innen zu tun. Ich hab glücklicherweise oft Schauspieltruppen, die über Jahre dabei sind, viele schon richtig lange und gut spielen, davon werde ich auch inspiriert. 2016 und 2017 spielten wir Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" und "Romeo und Julia  - blood and tears", weil ich unglaublich fortgeschrittene Jugendliche hatte, die Shakespeare sprachlich auch gut spielen konnten und wollten! Das ist ein Glücksfall. 

Welche Wertevermittlung siehst du in deiner Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen?

Ich denke, dass die Auseinandersetzung mit Themen, die Wichtigkeit für die Jugendlichen haben, wie heuer in der Trilogie Macht*Glück, also das Thema Macht/Machtmissbrauch und die Auswirkungen auf Täter_in, Opfer, Mitläufer_in, zum Denken anregt. Durch die Erarbeitung der Rollen, der Täter_innen, der Kämpfer_innen, der Mitläufer_innen, und die Suche danach, was die Figuren antreibt, wie sie denken und warum sie so handeln, wird über Psychologien nachgedacht, über eigene Erlebnisse reflektiert. Dadurch lernt jede_r, eine eigene Position zu beziehen.

Das Gespräch führte Saskia Schlichting.

Das SchauSpielWerk/Rita Dummer: Trilogie Macht*Glück

Momo (ab 8)
Do 5.4.2018, 18.30 Uhr
Fr 6.4.2018, 18.30 Uhr
Sa 7.4.2018, 16 und 18.30 Uhr

Krabat (ab 10)
Mi 18.4.2018, 18.30 Uhr
Do 19.4.2018, 9.30 und 12 Uhr
Fr 20.4.2018, vormittags auf Anfrage, 18.30 Uhr
Sa 21.4.2018, 16 und 18.30 Uhr

jeweils Museum

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