Vom Tellerwäscher zum Veranstalter oder And The (Teen)Beat Goes On

Portrait Markus Gratzl
© Daniel Eberharter

Vom Tellerwäscher zum Veranstalter oder And The (Teen)Beat Goes On

Portraitserie

Markus Gratzl von Teenbeat im Interview – Teil 1 der Portraitserie über Veranstalter_innen im WUK. Seit 2014 veranstaltet Teenbeat im WUK, beim Teenbeat-Sommerfest spielt neben Steve Gunn, Mary Lattimore & Jeff Zeigler auch Dan Deacon.

In einer neuen, unregelmäßig erscheinenden Portraitserie möchten wir Menschen, die im WUK Partys und Konzerte veranstalten, vorstellen. Markus Gratzl von Teenbeat ist der perfekte erste Kandidat, auch und vor allem weil er im Veranstaltungsgeschäft eine kleine Ausnahme ist: Von Agenturen und GmbHs unabhängig nimmt er sich Nischen-Bands an, hinter denen keine großen Businesspläne stecken. Viel Geld ist mit Indie und Garage ohnehin nicht zu holen, Geld ist auch nicht der Grund, warum Gratzl zum Veranstalter wurde: „Ich möchte Konzerte veranstalten, die mich selbst interessieren, und Bands, die sonst niemand nach Wien holt“. Diese Leitregel, sowie Gratzls Vorliebe für Genres, die irgendwo zwischen 60s Psychadelica und Garage-Pop liegen, geben Teenbeat eine Handschrift mit Wiedererkennungswert.

Gratzls Werdegang zum Veranstalter könnte von den Beatles oder Donald Duck abgeschrieben sein: Der Waldviertler fing im Kremser Kulturverein Avalon Exil als sprichwörtliches „Mädchen für Alles“ an: Er war Aushilfskellner, Garderobenkassier, kümmerte sich um den Eintritt und immer wieder um das Konzert- und Partyprogramm.

Seit 2006 bucht Gratzl im Avalon Exil die Gigs, er knüpft Kontakte und lernt die legendäre Grazer Garagepunk-Combo The Staggers kennen, die Gratzls Leben immer wieder beeinflussen werden. Ein Detail auf einem ihrer Plakatdesigns formte zum Beispiel den später auftauchenden Begriff Teenbeat. Mit Staggers-Bandmitglied Matze versteht sich Gratzl so gut, dass er für seine Nachfolgeband Sado Maso Guitar Club sogar eigens ein Label gründet, um deren Album zu veröffentlichen.

„Durch das Veranstalten lernt man einen Haufen Menschen kennen, und viele davon bilden meinen privaten Freundeskreis.“  Die persönliche, freundschaftliche Connection ist bei Teenbeat das Um und Auf, das Business ist tatsächlich Nebensache.

Seit 2009 macht sich Gratzl auch in Wien einen Namen, veranstaltet Konzerte immer größerer Bands und wächst stetig. Besonders stolz ist Gratzl auf persönliche Favoriten, die er in Wien auf die Bühne bringen konnte. Szenegrößen wie The Oh Sees, Vaselines, Tame Impala, Caribou, Raveonettes und Dan Deacon sind nur einige seiner Highlights.

Seit 2014 veranstaltet Teenbeat in Kooperation mit dem WUK auch in unserem Haus. Dazu zählen unter anderem die schon erwähnten Raveonettes im vergangenen Herbst, sowie Dan Deacon, den Gratzl vor einigen Jahren ins B72 brachte und im Juni beim Teenbeat Sommerfest im WUK aufgeigen lässt. „Dan Deacon war zwar ein bissl ein Minus damals (ehrlich und direkt ist Gratzl obendrein, auch das gibt es selten – Anm.), aber er ist live so gut, charmant und lustig. Wie ein Pool-Animateur bringt er das Publikum zum Mittanzen, ein echtes Erlebnis. Ich wusste sofort, dass ich Dan bei der nächsten Tour wieder veranstalten möchte.“

Flyer Teenbeat Sommerfest
© Teenbeat

Beim Teenbeat Sommerfest spielt am ersten Tag neben Steve Gunn, dem begnadeten Gitarristen von Kurt Vile übrigens die Harfenistin Mary Lattimore, die eine Zeit lang in Wien lebte und hier viele Freundschaften knüpfte, wie auch zum Autor dieses Artikels. So schließt sich auch der Kreis zu Gratzls Überzeugung, dass sich durch Musik, durch Konzerte und durchs Veranstalten Freundschaften fürs Leben bilden, und deshalb passt er auch so gut ins WUK. And the (Teen)Beat goes on!

Von Daniel Eberharter

Teenbeat Sommerfest

Teenbeat Sommerfest Day 1
Steve Gunn
Mary Lattimore & Jeff Zeigler
Mo 8.6., 20 Uhr, Foyer

Teenbeat Sommerfest Day 2
Dan Deacon
Support TBA
Di 9.6., 20 Uhr, Foyer

Kombitickets im WUK Infobüro erhältlich

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