Thomas Ballhausen, Thomas C. Desi, Peter Koger: SYNKOPE - KOLLAPSOLOGIE 4
In SYNKOPE, dem abschließenden 4.Teil der KOLLAPSOLOGIE über zusammenbrechende Systeme, ist nunmehr das Publikum zugleich Protagonist*in als auch Performer*in. Diese sitzen einander als Unbekannte in der Höhle des Euripides an "Lagerfeuern" gegenüber und verhandeln. Was dabei über Gesellschaft gesagt werden kann, wird sich in den Durchgängen akustisch widerspiegeln.
Diese kollektive Komposition zwischen Spiel und Kunst, zwischen Sprachmusik und Konferenz gibt den Anwesenden die Möglichkeit, mit unbekannten Anderen das Phänomen Gesellschaft zu reflektieren und dabei dem Gefühl der Ohnmacht - das ist das deutsche Wort für "Synkope“ -, nicht gehört zu werden, zu entkommen.
Kollapsologie IV: SYNKOPE komponiert alle Gesprächsrunden des Publikums zu einem polyphonen Tonsatz, in dem Pausen eingefügt werden, die hörbar machen, was sonst verschwunden wäre.
Das Weltsystem, wie wir es heute kennen, beruht auf dem Denken der griechischen Antike. Mit einem Text von Thomas Ballhausen zur Gestalt der Alkestis wird, wie bereits in den Teilen I-III, diesmal mit Euripides darauf Bezug genommen.
Dieser abschließende Teil der Tetralogie KOLLAPSOLOGIE über das vierte Element, „Erde“, meint unseren Lebensraum. Einem Unbekannten (einem anderen Menschen) zu begegnen ist die anspruchsvollste Aufgabe unseres Daseins. Die Fähigkeit zum persönlichen Gespräch bestimmt unsere Zukunft.
Credits
Künstlerische Leitung, Konzept, Inhalte: Thomas Cornelius Desi
Mediale Entwicklung und Umsetzung: Peter Koger
Alkestis-Text: Thomas Ballhausen
Raum: RUST (Rupprecht/Steixner)
Produktionsleitung: Jonas Nikolai
Hospitanz: Katharina Schlereth
Performance: Das Publikum
Eine Produktion der Musiktheatertage Wien in Kooperation mit Mediaopera
Musiktheatertage Wien 2026
Nichts fürchtet der Mensch mehr als die Berührung durch das Unbekannte, schreibt Literatur-Nobelpreisträger Elias Canetti. Das Unbekannte ist nicht weit weg. Es steckt im eigenen Körper, der sich verändert. Im Unterbewussten, das an die Oberfläche drängt. In der Natur, von der wir mehr nehmen, als sie geben kann. In Beziehungen, die vertraut scheinen und sich über Nacht verändern. In politischen Ordnungen, die unverrückbar galten und plötzlich fallen.
Die Angst vor dem Unbekannten ist groß: Grenzen werden gesichert, das Fremde ausgeschlossen, der Glaube zum Gesetz gemacht, der Körper optimiert, als wäre er beherrschbar. Doch was passiert, wenn man die Berührung zulässt?
Die MUSIKTHEATERTAGE WIEN widmen ihre zehnte Ausgabe der Berührung mit dem Unbekannten. Auch der, mit Musik, die man noch nicht kennt.
Von 16. bis 27. September 2026 laden wir ein. In den Stephansdom, den Wasserturm Favoriten, ins Odeon, ins MuTh, ins Theater Hamakom, ins Theater am Werk, ins WUK, ins LOT. Ins Unbekannte.








