
Di 13.10.2026
19.00
Eintritt freie Spende
Foyer
C
Moria six
Nachdem ein Feuer das Camp Moria im September 2020 komplett vernichtet hatte, wurde es gespenstisch still. Nicht nur vor Ort, sondern auch im öffentlichen Diskurs. Weder die menschenrechtswidrigen Bedingungen in den weiteren Lagern an den Außengrenzen Europas noch die zahllosen Pushbacks im Mittelmeer schienen die Allgemeinheit näher zu beschäftigen. Auch die Verhaftung der sechs Jugendlichen, die man der Brandstiftung bezichtigte, blieb ohne weithin hörbares Echo – obwohl schon ein zweiter Blick auf die Umstände der Ermittlungen und den folgenden Strafprozess das Vorgehen der griechischen Justiz als fragwürdig offenbarte. Ganz zu schweigen von der zugrunde liegenden Flüchtlingspolitik der Europäischen Union.
Jennifer Mallmann wagt mit ihrem Film diesen zweiten Blick. Im Zentrum steht ihr Briefwechsel mit Hassan, einem der verurteilten Jugendlichen, der ihr aus dem Gefängnis von seinem Alltag, seinen Wünschen und Ängsten berichtet. Ruhige, exakt kadrierte Bilder dokumentieren „Normalität“ an den Rändern der Festung Europa. Sie zeigen, wie strategische Abschottung und die damit einhergehende strukturelle Ausgrenzung funktionieren. Wer wissen will, wie sich unsere Staatengemeinschaft ihre Zukunft vorstellt, muss nur die neu errichteten, futuristischen Hochsicherheitslager betrachten. Dort werden die Ankommenden behandelt wie Menschen, die schwere Verbrechen begangen haben. (Luc-Carolin Ziemann, DOK Leipzig)
Im Anschluss Filmgespräch mit Anna Lena Buchleitner und Sidonie Ulreich (Attac)
Filminformation
Moria Six
Regie: Jennifer Mallmann
Dokumentarfilm
Deutschland 2024
82 Minuten
Griechisch, Deutsch, Englisch
Untertitel: Englisch
ÜBER ROSA
ROSA e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der in Griechenland mit einem umgebauten LKW einen Saferspace für Frauen auf der Flucht bereitstellt.
Barrierefrei zugänglich.
Veranstalter*innen: WUK und Attac


