Marina Poleukhina: DIE SEELE DER DINGE – illuminated by the steady radiance
Was wäre, wenn wir die Welt mit einem Gefühl der unmittelbaren Zugehörigkeit zu Objekten erleben würden? Wie würde sich unsere Wahrnehmung von Dingen und voneinander verändern? Würde solch eine “Verschiebung” unsere soziale Wirklichkeit beeinflussen; die Art, wie wir Nähe und Distanz erleben?
Ausgehend von der Frage, wie wir die Welt im Jetzt, im Moment, erleben, untersuchen die Performer*innen in DIE SEELE DER DINGE Objekte des Alltags als Erweiterung des Körpers. Umgekehrt beginnen diese Objekte die Performer*innen zu „benutzen“, indem sie deren Verhalten, Körperlichkeit und Interaktionsmuster verändern. Dabei entsteht ein dynamischer Dialog zwischen dem Menschen und der ihn umgebenden Welt der Dinge, in der sich die erwarteten Funktionen von Körper und Objekten verschieben, was neue Wahrnehmungsweisen und Beziehungsformen ermöglicht.
In meinen Arbeiten interessiert mich die feine Verbindung des Selbst durch die Zugehörigkeit zu allem. Es geht mir weniger um Abhängigkeit als um Zugehörigkeit zueinander und um die Suche nach einer gemeinsamen Resonanz. Es ist eine Arbeit an der Entstehung eines gemeinsamen Körpers, der ungewöhnliche Formen annehmen kann: aus gebrochener Sprache bestehen, eine Erweiterung eines Objekts oder Instruments werden oder manchmal in einer einzigen Geste existieren. Es ist der Versuch, verborgene Verbindungen sichtbar zu machen und neue Formen des gemeinsamen Seins und der gegenseitigen Wahrnehmung zu eröffnen. (Marina Poleukhina)
Credits
Komposition, Konzept: Marina Poleukhina
Performance: Katelyn Rose King, Marina Poleukhina
Bühne: Stefan Voglsinger, Marina Poleukhina
Technik: Stefan Voglsinger
Klangregie: Oliver Stotz
Eine Produktion von Rotating Plant in Kooperation mit Musiktheatertage Wien
Die Berührung mit dem Unbekannten · MTTW 2026
Nichts fürchtet der Mensch mehr als die Berührung durch das Unbekannte, schreibt Literatur-Nobelpreisträger Elias Canetti. Das Unbekannte ist nicht weit weg. Es steckt im eigenen Körper, der sich verändert. Im Unterbewussten, das an die Oberfläche drängt. In der Natur, von der wir mehr nehmen, als sie geben kann. In Beziehungen, die vertraut scheinen und sich über Nacht verändern. In politischen Ordnungen, die unverrückbar galten und plötzlich fallen.
Die Angst vor dem Unbekannten ist groß: Grenzen werden gesichert, das Fremde ausgeschlossen, der Glaube zum Gesetz gemacht, der Körper optimiert, als wäre er beherrschbar. Doch was passiert, wenn man die Berührung zulässt?
Die MUSIKTHEATERTAGE WIEN widmen ihre zehnte Ausgabe der Berührung mit dem Unbekannten. Auch der, mit Musik, die man noch nicht kennt.
Von 16. bis 27. September 2026 laden wir ein. In den Stephansdom, den Wasserturm Favoriten, ins Odeon, ins MuTh, ins Theater Hamakom, ins Theater am Werk, ins WUK, ins LOT. Ins Unbekannte.








