Gemeinsam das Unmögliche passieren lassen

© Evi Jägle

Gemeinsam das Unmögliche passieren lassen

Saskia Hölbling über "Inhabit the Impossible"

In „Inhabit the Impossible“ treffen verschiedene Disziplinen aufeinander – Tanz/Choreographie, Philosophie, Video- und Medienkunst, Quantenphysik – und eröffnen gemeinsamen einen Raum, in dem alle Möglichkeiten die da sind, aber noch nicht stattgefunden haben, miteinander vereint werden. Wie dies auf einer 360° Bühne umgesetzt werden kann und mehr über die transdisziplinäre Zusammenarbeit verrät die künstlerische Leiterin Saskia Hölbling im Interview mit dem WUK Magazin.

„Inhabit the Impossible“ oder grob übersetzt das Unmögliche bewohnen – wie ist der Titel entstanden und was ist dieses Unmögliche?

Saskia Hölbling: Leben wir nicht aktuell schon lange das Unmögliche?! Das Unmögliche ist immer nur momentan noch nicht möglich. Oder zu sehr zwischen den Möglichkeiten versteckt. Also im Umkehrschluss steckt im Unmöglichen die Potenz. Es umfasst alle Möglichkeiten die da sind, aber noch nicht stattgefunden haben.
Das Experiment diesem Unmöglichen Boden zu bereiten und zum Habitat zu erklären ist nicht nur eine faszinierende und Geist öffnende Herausforderung, sondern scheint angesichts unserer Welt eine gute Übung.
Es tut gut, den Körper in dieses Unmögliche zu denken – in Räume, wo die Sprache aus dem Körper heraus formuliert. Durchdrungen von unterschiedlichsten Weltvorstellungen und anderen Gedankenkonzepten zwischen Himmel und Erde, Gedankenblitzen und Wiederholungen, Fiktion und Realität, wie aus einem schwarzen Loch winkend, oder mitten drin. Jedenfalls aber ohne Angst durch Veräußerung die Freiheit im Kopf zu verlieren. Angenehm bodenlos, völlig aufgelöst und mental beflügelt.

Ihr habt „Inhabit the Impossible“ eine Field-Performance genannt. Was versteht ihr unter diesem Label?

Saskia Hölbling: Wenn sich, so wie in unserem Projekt, Menschen aus so unterschiedlichen Disziplinen über ein Jahr lang regelmäßig treffen, sich austauschen und gemeinsam arbeiten und praktizieren. Sich also wirklich aufeinander einlassen. Dann durchwirken sich ihre Welten sehr intensiv. Es entsteht ein gemeinsames Feld. Daher der Begriff.

In „Inhabit the Impossible“ treffen verschiedene Disziplinen aufeinander – Tanz/Choreographie, Philosophie, Video- und Medienkunst, Quantenphysik – wie funktioniert die Zusammenarbeit in einem solchen transdisziplinären Umfeld?

Saskia Hölbling: Wunderbar, wenn alle bereit sind, ihre Komfortzone zu verlassen und einander vertrauend ins Ungewisse vordringen wollen. Eingeschwungen haben wir uns durch gemeinsame Lektüre und Diskussionen zum Thema in monatlichen Treffen.
Die kontinuierliche Präsentation der eigenen noch sehr rohen Ideen und unserer Gedanken dazu, vorbereitet oder instantan waren genauso wichtig, wie das gemeinsame Probieren. Ein einwöchiges gemeinsames Retreat taten das Übrige zu dieser inspirierenden Zusammenarbeit.
Nach der finalen 5-wöchigen Probenzeit können wir sagen, dass wir alle zu einem temporären cross-disziplinären Ensemble zusammengewachsen sind.

Die Bühne ist als 360° Bühne angelegt, das heißt das Publikum erlebt die Performance nicht aus einer frontalen Situation, sondern das Geschehen findet überwiegend in der Raummitte statt und das Publikum ist um das Geschehen herum positioniert. Warum habt ihr euch gegen eine klassische, frontale Situation entschieden und welche Möglichkeiten ergeben sich dadurch?

Saskia Hölbling: Wir wollen uns mit dem Publikum in einen gemeinsamen Stimmungsraum begeben, ein gemeinsames Habitat bevölkern (zumindest temporär), umarmt von Sound- und Videoprojektionen sind wir Performer_innen manchmal Teil des Zuschauer_innenkreises oder in ihrer Mitte. So können wir gemeinsam das Unmögliche passieren lassen.

DANS.KIAS & Guests: Inhabit the Impossible
 

Vorstellungen
Di 17. bis Sa 21.1.2023
19:30 Uhr
Saal
€ 20 | 15 | 10 

Mehr Informationen findest du auf der Eventseite.

© Anna Stöcher

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