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Bild: Christine Baumann
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Das WUK bereitet sich auf die Generalsanierung vor

Nach über 160 Jahren intensiver Nutzung wird das Gebäude in der Währinger Straße generalsaniert und das WUK damit langfristig abgesichert.

Viele, viele Jahre ist es her, da wussten es das WUK und die Stadt Wien bereits: Ein Mietvertrag muss her! Im Juli 2020 war es soweit. Intensive Verhandlungen brachten nach nahezu 40 Jahren des Prekariums den Abschluss eines Mietvertrags zwischen dem Verein und der Gemeinde Wien und damit die langfristige Absicherung des WUK. Bestandteil der Verhandlungen war eine umfassende und dringende Grundsanierung des im Besitz der Gemeinde befindlichen Gebäudes, für die die Stadt 22,38 Mio. EUR zur Verfügung stellt.  

Das WUK ist nicht nur groß, 12.000m2, und alt, erbaut 1855. Als frühindustrieller Gebäudekomplex steht es auch unter Denkmalschutz. In einem Interview stellt Vincent Abbrederis, Geschäftsleiter des WUK, die Sanierungsgeschichte in einen zeitlichen Kontext: „Bevor das WUK 1981 einzog, war das Gebäude für den Abriss bestimmt. Wir haben uns immer für den Erhalt ausgesprochen und in den vergangenen 39 Jahren für die Instandhaltung gesorgt. Nach über 160 Jahren intensiver Nutzung ist eine umfassende Sanierung unumgänglich, die unter anderem auch Barrierefreiheit ermöglichen wird.“

Was wird neu – Barrierefreiheit und Ökologisierung

Von 2021 bis 2024 soll dieser „Sanierungsrückstau“ nun abgearbeitet werden: Die Stadt Wien finanziert die Erneuerung der gesamten Infrastruktur für (Ab-) Wasser, Elektroinstallation und Heizung. Dächer, Fassaden und Fenster werden instandgesetzt, die Gebäudestatik überprüft und abgesichert, der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht.

Neben dem Notwendigen haben Barrierefreiheit und Ökologisierung für das WUK oberste Priorität. Der Verein investiert in eine großzügige Photovoltaikanlage auf dem Dach, die den durchschnittlichen Stromverbrauch des WUK abdecken wird. Neue Gründächer und der beliebte und bekannte Wilde Wein, der während der Fassadensanierung aufwändig geschützt wird, werden für ein angenehmes Mikroklima in der Stadt-Oase WUK sorgen.

Der Einbau von drei Aufzugsanlagen sowie zusätzliche Adaptierungen im Gebäude sorgen für eine nahezu vollständig barrierefreie Erschließung des riesigen Gebäudes. Räumliche Hindernisse sollen kein Grund mehr sein, nicht am WUK partizipieren zu können. Dies betrifft im Besonderen die Senior_innen der zwei Senior_innengruppen im Haus, die Schüler_innen der zwei freien Schulen, das Publikum der WUK Kinderkultur und der Kunsthalle Exnergasse, deren Räume bis jetzt nur über viele Stufen erreichbar sind. Die Erweiterung der Inklusion erstreckt sich aber auf das gesamte Gebäude.

Was bleibt – der WUK Charakter

Das WUK bekommt eine sogenannte 1:1,1 Sanierung, d.h. der Status Quo bleibt weitgehend unverändert, wird aber auf neuesten Stand gebracht. Charakter und Charme des Backsteingebäudes, wie wir es kennen und schätzen, bleiben erhalten. Die Sanierung sichert die Substanz für zukünftige Generationen.

Wer zahlt – wir werden Unterstützung von Freund_innen brauchen

Die Kosten für Ökologisierung und Barrierefreiheit muss das WUK zum großen Teil selbst tragen und wird auch auf Spenden angewiesen sein. Wir werden also in den kommenden Jahren unser Publikum, die Freundinnen und Freunde des WUK, in regelmäßigen Abständen um Unterstützung bitten.

Wann beginnt’s – derzeit keine Einschränkungen bei Veranstaltungen

Die Sanierungsarbeiten starten im September 2021 und damit fast punktgenau zum 40-jährigen Geburtstag des WUK. Die Sanierung beginnt mit dem sogenannten Severintrakt und wird im Uhrzeigersinn traktweise fortgesetzt. Für die Spielsaison 2021/22 sind keine Beeinträchtigungen zu erwarten.

Und am Ende wird alles besser!

Momentaufnahmen

Das Aufräumen, Packen und Stapeln steht am Anfang jeder Sanierung. Christine Baumann, Künstlerin, Mitglied des Bereichs Bildende Kunst und Mitarbeiterin im WUK, hat die Momentaufnahmen für diesen Artikel beigesteuert.

Jetzt spenden!

Die Kosten für Ökologisierung und Barrierefreiheit im Zuge der Sanierung muss das WUK zum großen Teil selbst tragen. Bitte unterstütze uns auf www.wuk.at/spenden

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