Zeit

Fr 18. März 2016, 18.30 Uhr

Ort

Kunsthalle Exnergasse

Anna Zett, This Unwieldy Object, Videostandbild, 2014, Detail

Wahrheiten und Wünsche verlorener Seelen an den Grenzen unserer Zivilisation

Filmpräsentation und Künstlerinnengespräch im Rahmen von ÜBER DIE UNMÖGLICHKEIT DES SEINS

Freitag, 18. März 2016, 18:30 Uhr

This Unwieldy Object (47 min) & Tomorrow´s Program (31 min) (Premiere), 
Wahrheiten und Wünsche verlorener Seelen an den Grenzen unserer Zivilisation
Filmpräsentation und Künstlerinnengespräch


mit
Anna Zett (This Unwieldy Object) & Elisophie Eulenburg (Tomorrow´s Program)
Lotte Schreiber (Filmemacherin)
Dr. Helge Torgersen (Institut für Technikfolgen-Abschätzung, Wien) 
moderiert von Alexander Martos (Leiter Science Communications Research, Wien)

Es werden die Essayfilme This Unwieldy Object von Anna Zett und Tomorrow’s Program von Elisophie Eulenburg gezeigt und in einem anschließenden Künstlerinnengespräch mit weiteren Gästen und dem Publikum diskutiert.

Anna Zett, This Unwieldy Object
Deutschland/USA, 2014, HD Video 16:9, 47 min,
Englisch mit deutschen Untertiteln

Im Forschungsdrama This Unwieldy Object treffen die animierten Dinosaurier des Hollywood-Kinos auf versteinerte Geister der Kolonialgeschichte. Du folgst der Protagonistin auf einen Roadtrip ins staubige Herz der USA, wo FossilienhändlerInnen, BildhauerInnen und PaläontologInnen versuchen, das Drehbuch der Vorzeit zu rekonstruieren. Während die Protagonistin sich zunehmend in ihre eigenen Theorien verstrickt, verwandelt sich die Leinwand selbst in eine virtuelle Ausgrabungsstätte für sperrige Objekte zwischen Wissenschaft und Fiktion, Trauma und Unterhaltung, ferner Vergangenheit und naher Zukunft.

Anna Zett (*1983 in Leipzig, D) lebt und arbeitet in Berlin. Als Künstlerin und Autorin setzt sie sich in ihren Filmen, Texten, Installationen und Performances mit den Unterwelten der Moderne und der Tragikomödie der Wissenschaft auseinander. Freiwillige Verletzlichkeit und politisches Engagement spielen dabei ebenso eine Rolle wie historische Recherche und ein experimenteller Versuchsaufbau. Zuletzt wurden ihre Arbeiten u.a. im Rahmen von Serpentine Cinema London, National Gallery Prague, Transmission Gallery Glasgow, Sorbus Gallery Helsinki, Banner Repeater London, TENT Rotterdam präsentiert. Jenseits der bildenden Kunst erschienen im letzten Jahr ein Hörspiel, ein kollaboratives Tanzprojekt und verschiedene Essays, u.a. auf The New Inquiry. annazett.net


Elisophie Eulenburg, Tomorrow´s Program
Bahamas, 2013/2014, Dokufiktion, HD Video 16:9, 31 min,
Englisch mit deutschen Untertiteln (Premiere)

Nach einer verheerenden Naturkatastrophe haben einige Menschen Zuflucht an einem isolierten Ort mitten im Nirgendwo gefunden. Die Atmosphäre ist geprägt von bunten Teppichböden, Bücherregalattrappen und Plastikpflanzen. In dieser synthetischen Umgebung gehorchen die Dinge unbekannten Anziehungskräften. Während andauernd Gegenstände ins Wanken geraten, hat sich der Mensch seinem selbst geschaffenen und instabilen Lebensraum angepasst. In Elisophie Eulenburgs Film Tomorrow’s Program erzählen Fakt und Fiktion die widersprüchliche Geschichte eines Überlebenskampfs. Interviewte berichten über katastrophale Ereignisse, während die Kamera beobachtet, wie sie sich auf einer Transatlantik-Kreuzfahrt an einem breiten Unterhaltungsangebot erfreuen. Die realen Erfahrungen der Passagiere an Bord und ihre subjektiven Vorstellungen von einer zukünftigen Welt ergeben im Wechselspiel mit den Bildmetaphern der Künstlerin die verwobene Erzählstruktur des Films.

Elisophie Eulenburg (*1983 in Bonn, D) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Kunst am Central Saint Martins College, London, an der Universität der Künste, Berlin und am Cooper Union College, New York. In anthropologischen Beobachtungen untersucht sie die zunehmend ambivalente Beziehungen zwischen Mensch und Natur. Mit ihren Fotografien, Videos und Skulpturen hat sie an zahlreichen internationalen Ausstellungen teilgenommen, u.a. war sie an dem Medienkunstprojekt Brienner 45 beteiligt, das dauerhaft am NS-Dokumentationszentrum in München zu sehen ist.

/////

Einen Veranstaltung im Rahmen von:

ÜBER DIE UNMÖGLICHKEIT DES SEINS

Ausstellung: 17. März bis 30. April 2016
Eröffnung: 16. März 2016, 19 Uhr

Diana Artus, Julius von Bismarck, Anina Brisolla, Sophia Domagala, Brad Downey, Andreas Greiner & Armin Keplinger, Sven Johne, Tillman Kaiser, Caroline Kryzecki, Janina Lange und Via Lewandowsky
Kuratiert von the current - Hannah Beck-Mannagetta & Lena Fließbach

Angesichts der aktuellen politischen Weltlage und der immer deutlicher werdenden Folgen der Umweltveränderungen wird das anthropozentrische Weltbild infrage gestellt. In seiner Vergänglichkeit und augenscheinlichen Unvollkommenheit wird die vermeintliche Vormachtstellung des Menschen als fataler Irrtum offenbar. Die KünstlerInnen der Ausstellung beschäftigen sich auf vielfältige, oftmals tragisch-komische Weise mit der Vergeblichkeit von menschlichem Handeln, dem Scheitern an Perfektion, Abgrenzung und permanentem Optimierungsstreben. So handelt beispielsweise Janina Langes Film Shooting Clouds von der Unmöglichkeit der medialen Erfassung einer Wolke, während Anina Brisolla in ihrer mehrteiligen Installation die Ausmaße und Widersprüche im Kampf um das Überleben Tausender auf der Flucht über das Meer zeigt und Caroline Kryzeckis Arbeiten erst durch die Abweichung von der Perfektion ungeahnte Schönheit entwickeln. In den Arbeiten der KünstlerInnen werden die Fragilität des Verhältnisses von Natur und Kultur, die Grenzen von Material und technischem Fortschritt und eine ins Leere laufende zwischenmenschliche Kommunikation als individuelles, sowie als gesellschaftlich-politisches Phänomen sichtbar. Am Ende manifestieren sich Unfälle, Fehler und das Misslingen jedoch auch als Notwendigkeit, um überhaupt schöpferisch tätig zu sein.

Die Ausstellung wird von einem interdisziplinären Programm mit ExpertInnen aus Kultur- und Naturwissenschaften in Form von dialogischen Führungen sowie einer Filmvorführung mit anschließendem Künstlerinnengespräch begleitet. Von Caroline Kryzecki und Brad Downey werden darüber hinaus auch orts-spezifische Arbeiten zu sehen sein.

Ich stimme zu, dass diese Seite Cookies für Analysen verwendet. Mehr erfahren.