Wand mit Resten von ehemals aufgehängten Artefakten sowie einem kleinen gemalten und gerahmte Bild einer Frau
Zeit

Mo 26.1. bis Sa 7.3.2026

Preis

Eintritt frei

Ort

Fotogalerie Wien

Eingang

G

Studioansicht von Hiroshi Takizawa, 2025 entstanden.
KunstAusstellung

SOLO XVII: Hiroshi Takizawa

Profiling

Hiroshi Takizawas Praxis zeichnet sich durch ein feinfühliges Zusammenspiel von Fotografie und räumlicher Inszenierung aus. Ausgangspunkt der Ausstellung SOLO ist eine „Studienlandschaft“, wie der Künstler die Situation in seinem Atelier bezeichnet. Das Atelier als Ort kontinuierlicher gedanklicher wie materieller Arbeit prägt viele seiner künstlerischen Prozesse und schreibt sich nahezu zwangsläufig in fast jedes Werk ein. In Takizawas Praxis wird das Atelier selbst zum visuellen Bestandteil: kein idealisiertes, makellos neutrales Fotostudio, sondern ein Raum, in dem sich Gegenstände ansammeln, überlagern und zu einer vielschichtigen Umgebung verdichten.

Takizawas Umgang mit Fotografie ist offen und prozessorientiert. Die Bilder erscheinen nicht nur als flache Träger, sondern entfalten skulpturale Eigenschaften. Großformatige Fotografien werden gerollt, horizontal oder vertikal liegend oder stehend im Raum platziert und mit gefundenen Objekten oder Arbeitsmaterialien kombiniert. In einigen Fotografien tritt die Inszenierung des Künstlers besonders hervor, etwa dann, wenn er gerahmte Bilder und schmale Fotostreifen an einer Rigipswand anordnet und sie in dem Moment aufnimmt, in dem ein seitlicher Sonnenstrahl über das Arrangement fällt. 

Die räumliche Dimension seiner Arbeiten überträgt sich häufig in eine visuelle Spannung innerhalb der Bilder, die insbesondere aus den Kontrasten der Schwarz-Weiß-Fotografie hervorgeht. Die Anhäufung dieser unterschiedlichen Informationen und „Bild-im-Bild-Momente“ charakterisiert den fragmentarischen Charakter seiner Fotografie, die einer dokumentarischen Funktion des Mediums widerstrebt und stattdessen eine poetische Bildsprache, die mit dem Prozesshaften und Flüchtigen arbeitet, einlöst. Diese betont temporären und durchaus instabilen Momente, die der Künstler aufnimmt, zeugen von seinem Interesse, Zeit als eine Konstante zu begreifen, die durch unsere Wahrnehmung geformt wird, und wie Takizawa es beschreibt: „wie ein Sediment aus Schichten, in denen Vergangenheit und Gegenwart zugleich präsent sind und in dem Ereignisse und Erinnerungen, Bilder und Materialien nebeneinander existieren und einander wechselseitig prägen.“ 

Dieses Nebeneinander wird in SOLO sehr deutlich, indem der Künstler nicht mit konventioneller Ausstellungsarchitektur wie Podesten oder dem vorhandenen Lichtsystem arbeitet, sondern mit gefundenen Möbelstücken aus verschiedenen zeitlichen wie auch gesellschaftlichen Kontexten, die einer dynamischen Erinnerung des Alltags entsprechen. Bei dieser Zusammenführung von Fotografien und Objekten interessiert den Künstler der Begriff Dépaysement, der von den Surrealisten verwendet wurde, um die „Entortung“ oder Verfremdung eines Motivs durch die Loslösung aus seinem gewohnten Kontext zu beschreiben.  Darüber hinaus ist der Begriff der Verschiebung aus der Freudschen Psychoanalyse für den Künstler, der selbst ausgebildeter Psychologe ist, eine wichtige Referenz. Sie beschreibt einen Mechanismus, bei dem Gefühle, Triebe oder Wünsche, ausgelöst durch ein ursprüngliches Objekt, auf ein anderes übertragen werden. Takizawa bezeichnet seine Arbeiten als „noch nicht feste Bilder”. Genau dieser Schwebezustand seiner Werke ermöglicht es den Betrachter:innen zu erleben, wie visuelle Informationen und Eindrücke sich ansammeln, zerstreuen und neu kombinieren. (Cathrin Mayer)

Seit 2010 wird jährlich eine der in der Fotogalerie Wien stattfindenden Ausstellungen einem/einer jungen aufstrebenden Künstler*in als Einzelausstellung gewidmet. Diese Ausstellungsreihe, SOLO, fungiert als Plattform und Sprungbrett für Künstler*innen, die gerade am Beginn ihrer Karriere stehen, aber bereits über ein umfangreiches Werk verfügen, das einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Ziel ist es, eine nachhaltige Bekanntheit für die/den ausgewählte/n Künstler*in zu schaffen; dies inkludiert auch die Vermittlung von Kooperationen und Wanderschaften. 

Barrierefrei zugänglich.
Veranstalterin: Fotogalerie Wien
Sponsored by: BMWKMS, MA7-Kultur, Cyberlab

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