Zeit

Do 21. Februar bis Sa 23. Februar 2019, 19:30 Uhr

Preis

€ 16 | 12

Ort

Saal

(c) Daniela Poschauko
Performance, Tanz, TheaterPerformance

SKILLS: Welcome to hell

Zwei Performerinnen treten inkognito auf. Zwei – die zahlenmäßig kleinstmögliche Konstellation zur Darstellung eines Konflikts. Sobald zwei sich auf gleiche Weise maskieren, sind sie eine verschworene Gemeinschaft in geheimer Übereinkunft. Sie demonstrieren eine Apparatur, die sowohl alles und jeden vereinnahmen, als auch sich gegen alles und jeden richten kann. Wie ein Panzer. Vermummung gehört zur uni-formierten Gruppe, die wie ein Panzer in Erscheinung tritt. Vermummung war (und ist häufig) Anlass, Demonstrationen vorzeitig aufzulösen. Sie hat eskalierende Wirkung, die immer wieder vollzogen wird im Aufeinandertreffen des >Schwarzen Blocks< mit den ebenfalls vermummten Polizist_innen. Ihre Panzerungen bilden Fronten und fordern Konfrontation: ein scheinbar immer gleiches Ritual, das in der Performance zelebriert und überhöht, und damit gleichzeitig 'aufs Spiel' gesetzt, umgedeutet, verwandelt, in Frage gestellt wird.

Die Konzert-Performance ist nach der Demonstration benannt, die beim G20 Gipfel in Hamburg auf Basis des Vermummungsverbots gewaltsam geräumt wurde. Zahlreiche Youtube Videos dokumentieren dies aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Sie sind Teil eines dokumentarischen Archivs, aus dem sich das Konzert speist. Lautsprecher-Durchsagen von Polizei und Demonstrant_innen werden gesungen und Texte vertont, die den dokumentierten Szenen abgelauscht sind. O-Töne werden benutzt, Interviews verarbeitet, die mit Beteiligten und Betroffenen geführt wurden. Mit Dante geht es in den Trichter der neun Höllenkreise. Alles beginnt in einem dunklen Wald als Gestrüpp des Alltagsnahkampfs und endet scheinbar in einer Barrikade aus Eis - dem Eis der Kommunikationslosigkeit. In dieser Barrikade siedeln sich merkwürdige Wald- und Wasser-Wesen an, sie belagern sie, nisten sich in dieser Schnittstelle ein, hausen in diesem Niemandsland. Der Beginn eines Möglichkeitsraums, eines utopischen Orts.

SKILLS entwickeln Konzert-Performances, in denen Komposition und Choreographie verschmelzen.

Der Akt des Musikmachens, das Herstellen von Klängen auf der Bühne wird als Performance inhaltlich wirksam. Mit Produktionen am HAU Berlin/ Kampnagel Hamburg/ Pumpenhaus Münster u.a. haben SKILLS sich ein an Schnittstellen zeitgenössischer experimenteller Musik mit Theater/Performance interessiertes Publikum erarbeitet. Der von Sylvi Kretzschmar über Jahre entwickelte Megafonchor und sein ESSO HÄUSER ECHO als Hybrid aus Performance und Demonstration wurde von SKILLS musikalisch und choreographisch gestaltet. SKILLS kombinieren elektronische Live-Musik mit Performance und zeitgenössischem Tanz. WUK performing arts (Wien) präsentiert WELCOME TO HELL im Februar 2019 als Teil eines Schwerpunkts zum Format Konzert-Performance.
WELCOME TO HELL ist Teil einer drei Spielzeiten umfassenden Konzeptionsförderung, mit der die Stadt Hamburg die Arbeit des Duos an hörbaren Choreographien und sichtbaren Kompositionen auszeichnet. Die Premiere fand im Rahmen eines Festivals zum Thema Anonymität auf Kampnagel statt. Nachbetrachtungen des G20 Gipfels behalten in Hamburg eine besondere Dringlichkeit. Zugleich zielt die Performance auf eine Auseinandersetzung mit Vermummungen im urbanen Raum und im Theater, die über die Stadt und das spezifische Ereignis hinaus relevant ist.
we-are-the-skills.de

Die Multimedia-Künstlerin und Choreografin Camilla M. Fehér ist Absolventin von Codarts, Universität der Künste in Rotterdam und von DasArts, Amsterdam Universität der Künste. Zusammenarbeiten entstanden u.a. mit Raz, De Gasten Komen, Sharon Paz und dem Performance Kollektiv Poni. Ihre Arbeit verortet sich auf der Schwelle von Performance, Tanz, elektronischer Musik und Installation. Seit 2011 arbeitet Fehér mit Sylvi Kretzschmar als Performance-Duo SKILLS.

Sylvi Kretzschmar arbeitet an den Grenzen zwischen Performance, elektronischer Musik und Choreografie. Sie ist Absolventin des Gießener Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft. Kretzschmar hat u.a. mit Electronic Music Theater, Gudrun Lange und dem Performancekollektiv Poni gearbeitet. Arbeiten waren “Esso Häuser Echo – Ein Nachruf” (2014), “GOLD GOLD” (2011), “LAUTSPRECHER/ SPEAKER” (2008). Sylvi Kretzschmar ist Mitglied der Hamburger Gruppe SCHWABINGGRAD BALLETT. 2011-2014 Doktorandin (Stipendium) des künstlerischwissenschaftlichen Graduiertenkollegs Versammlung und Teilhabe. Urbane Öffentlichkeiten und Performative Künste, 2008 Stipendium und Residenz K3 Zentrum für Choreographie Tanzplan Hamburg auf Kampnagel.

Otmar Wagner arbeitet als Performancekünstler, Dramaturg, Darsteller und Regisseur. In den letzten Jahren entwickelt Wagner vorwiegend multimediale Essay-Performances, wie z.B. 'ZASTER & ZOMBIES - Ausschweifungen über das Fremde' (2015), 'HIC SALTA' - eine Sprungforschung' (2013-15), 'FUNKTION & FREUDE. Über Architektur, Alltag und Katastrophen' (2014). 2017-18 schuf er den Performance-Zyklus 'WUNDE WELT', bestehend aus den Essay-Performances 'WUNDE WELT #1: Imperative der Identität' / 'WUNDE WELT #2: Kakophonie der Kolonialisierung' / 'WUNDE WELT #3: Ästhetik der Absperrung', sowie die performative Installation 'WUNDE WELT #Ende: Ich.Europa'. Neben den Langfassungen, die komplett im WUK Wien präsentiert wurden, existieren davon auch verschiedene Kurzfassungen. Zuletzt entstand - als Auftragsarbeit der 'Akademie des Prekären' im Rahmen des Impulse Theater Festivals in Köln - das Kurzhörspiel 'FORTUNA. Sport Kunst Politik', das auch im Juni 2019 vom Deutschlandradio Berlin gesendet wird, sowie aktuell die Konzert-Performance 'KRANK IN EUROPA', die im Doppelprogramm mit 'Welcome To Hell' von SKILLS im WUK Wien zu sehen ist.

Patrizia Ruthensteiner (*1989) is an Austrian artist whose work takes a trajectory from costumebased performance art to electronic music. Process-related, kinetic, tranformative, and soundgenerating wearables hich codetermine the choreography are integral elements of her artwork. She creates audio-visual compositions in which sounds derive from the performative actions, performers become part of the instrument, relating to the space and eachother, predetermined valuations of subjectivity and physical form are pushed into absurdity. Aiming to redefine the common idea of stage and catwalk, she keeps on challenging established platforms of representation. Strongly characterized by it's cross-disciplinary approach her work has been presented internationally through various venues of different disciplines - in Galleries, Concert Spaces and Industrial Halls, aswell a Masonic Centre, Church, Rooftop, Lagoon, and a Harbor. She has been collaborating with different performance artists and collectives, such as SKILLS (2018), MONSTERFRAU (2013), Saint Genet (2015/2017) and presenting Solo Productions at Brighton- and NY Fashion Week. In collaboration with Dewi De Vree (NLD) she has initiated the project 'Magnetoceptia', which centers around antenna-based costumes that pick up radiowaves sitespecifically and make them audible through electronic sounds. The duo has realized performances, productions, videoworks, Installions and workshops in The Netherlands, Estonia, Portugal, Jerusalem and Rio de Janeiro, exploring different cultural backgrounds.

Lars Rubarth arbeitet seit 2006 als freier Lichtgestalter in Hamburg und International. Spezialisiert auf Performances und Tanztheater war er an einigen großen und kleinen Projekten maßgeblich beteiligt, seit 2011 hauptsächlich für freie Produktionen auf Kampnagel, dem Zentrum für schönere Künste in Hamburg.

Peta Devlin ist seit 25 Jahren professionelle Musikerin, Sängerin, Komponistin, Tontechnikerin und Produzentin. Geboren und aufgewachsen in England, kam sie 1990 nach Deutschland und hat seitdem in vielen Bands gespielt und gesungen u.a. Die Braut haut ins Auge, COW, Oma Hans, Hoo Doo Girl, Mars Needs Women, Bela B. (Die Ärzte). Sie arbeitet ausserdem als Studio und Live Tontechnikerin und komponiert
Musik für Hörspiele, Film und Theater.

ehrliche arbeit – freies Kulturbüro ist ein Produktionsbüro für die freien darstellenden Künste. Wir sind seit 2006 Plattform und Infrastruktur für freie Projekte. Wir verbinden Konzept- und Projektentwicklung mit Projektleitung und Produktionsleitung, Dramaturgie, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kuration sowie Redaktion, Textarbeit und Übersetzungen. Wir sind ein Kollektiv - ohne Hierarchien, ohne Gehaltsstufen. ehrliche arbeit – freies Kulturbüro sind Anka Belz, Janina Benduski, Anna Mareike Holtz, Nina Klöckner, Sandra Klöss, Andrea Oberfeld, Elena Polzer und Ilka Rümke. Juniorpartnerinnen sind Theresa Pommerenke und Anna Wille. www.ehrlichearbeit.de

Natalie Deewan sucht und findet Sprachliche Lösungen; praktiziert Reine, Reale, Angewandte und Kollektive Literatur im städtischen, ländlichen und virtuellen Raum; montiert Leerstandsanagramme und druckt Visitpostkarten; ernährt die Heterotypia Font Family; macht deesign.
​​​​​​​http://heterotypia.net/​​​​​​​

In der Pause am 23.02. liest Natalie Deewan OTTO, ROBERT, JON und TAM TAM MASALA.

OTTO ROBERT MASALA

Otto Robert Jon, der Hegemon, der weder Hemd noch Hose kennt, macht Tam Tam Masala: OE-Töne vom Herrscherhof treffen denAlltagsnahkampf:

Dann stand Adam da, am Platz, an Karls Platz, stand da, das war’s.

War das Stand Art? Platzangst? Ramadan?
War das gar Landtagswahlkampfstart?
Wallraff als Tank Man, Adam als Wang?

Wer gegens PROTOKOLL verstoeßt, der soll vom ORF vergessen werden.
Wer jedoch gegen den DRESSCODE verstoeßt, der soll von der KRONE gefressen werden ...

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Die Gruppe SKILLS zu ihrem Stück "Welcome to Hell"

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