
Mi 15.4. bis Di 21.4.2026,
13.00 - 19.00 Uhr
Eintritt frei
WSB-Studio
C
Re_Existence
Julia Fromm setzt sich in ihrer Einzelausstellung Re_Existence mit nonverbalen Spielarten der Wahrnehmung und der Verkörperung von sozialen Räumen und abstrakten Konzepten auseinander. Sie schafft mit ihren multimedialen Arbeiten partizipative Erfahrungsräume, in denen Berührung zum Ausgangspunkt für die Interaktion von Subjekt und Umwelt wird.
Einer Spurensuche gleich lässt die Künstlerin Tastsinn und Raumwahrnehmung filmisch und fotografisch zueinander in Dialog treten, während sie durch Abdruck- und Abformtechniken fragmentierter Erinnerung und der Wandelbarkeit von Identitäteine Form gibt.
Durch Objekt, Performance, Sound und Film werden Phänomene zum dynamischen Gefüge: Die Form wird akustisch und visuell verwoben. Taktile Begegnung eröffnet Transformationsprozesse. Berührung hinterlässt Spuren. Publikum tritt in Dialog mit Raum und Material. Perspektiven wechseln: Performatives wird zum gelebten Körper.
Das Kunstobjekt in seiner Umgebung, eigenständig und verbunden zwischen menschlicher Wahrnehmung und sozialer Welt. Ein Netzwerk aus Form und Transformation.
In diesem Spannungsfeld entstehen Objekte als Chiffren, deren Körperarchitektur im Dialog zwischen materiellem Umriss und performativem Akt steht. Intersubjektivitäten und Resonanzen bilden Grundpfeiler gelingender Weltbeziehungen.
Multimediale Beiträge
Die Soundinstallation Medusa Anima (5 min, 2026) erweitert den Raum um ein akustisches Feld, das Sprache, Natur und soziopolitische Aneignung miteinander verknüpft. Transnationale Interviews zu Macht und Freiheit werden zum performativen Klangkörper umgeben vom Unterwasser-Echo. Die imaginäre Grenze zwischen Sprecher*in und Zuhörer*in verschwimmt.
In der von Julia Fromm und Charlotte Aurich konzipierten Performance Geflecht (60 min, 2026) hinterlassen Besucher*innen Körperabdrücke auf einem Gewebe und erzeugen so ein Netzwerk aus Materialität und bewusster Wahrnehmung. Der Untergrund aus mit Meerwasser getränkter Algenmembran projiziert fraktale Unterwasserklänge, die das sinnliche Erleben verstärken. Das Publikum überträgt in der Aktion Farbabdrücke auf Baumwollstoff.
Flexible Latitudes (9 min, 2025) ist ein surrealistischer Kurzfilm, der die die Gefühlswelt der Protagonistin visualisiert. Sie gibt sich unfreiwillig einer existentiellen Auseinandersetzung mit dem Dasein hin. Ihre Affekte treffen auf offene und geschlossene Räume, werden durch Übertragungen und Assoziationen verdeutlicht. Tastsinn und Raumwahrnehmung treten in Dialog zueinander.
Kuration und Organisation: Charlotte Aurich
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Julia Fromm (*1995, Graz) lebt und arbeitet in Wien. Sie ist eine Künstlerin und Forscherin an der Universität für angewandte Kunst Wien. Verfremdung und Wirkung von Körper, Material, Architektur und Sozialem bilden den Kern ihres transversalen Werks (Objekt, Performance, Sound & Video). Seit 2018 bespielt sie ihr Atelier im WUK - Werkstätten und Kulturhaus Wien, wo sie seit 2026 Obfrau im Vorstand ist. Ihre künstlerischen Arbeiten und Projekttätigkeiten wurden unter anderem in Österreich, Luxemburg, Italien, Ungarn, Bosnien & Herzegowina und Tunesien verwirklicht. Fromm entwickelte ihre interdisziplinäre, künstlerische Praxis zur taktilen Designforschung für Jugendliche mit chronischen Schmerzen. Seit 2025 ist sie Stipendiatin des DOC-Stipendiums der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Eine Veranstaltung von Julia Fromm







