Zeit

Di 29. bis So 18.12.2022,
19:30 Uhr

Preis

€ 25 | 20 | 15

Ort

WUK performing arts unterwegs

Performance, Tanz, TheaterPerformance

Heimweh

Eine performative Installation von DARUM

Menschenfeindliche Erziehungsmethoden, brutale Misshandlungen und schwerste sexualisierte Gewalt: Die strukturellen Verbrechen, welche weit mehr als 100.000 Kindern und Jugendlichen in kirchlichen wie städtischen Heimen im Österreich der 1950er bis 1980er Jahre unter dem Wegsehen und Schweigen der Gesellschaft angetan wurden, sind beispiellos in der Geschichte der Zweiten Republik. Eine „historische Katastrophe von unfassbarem Ausmaß“, so 2012 das niederschmetternde Fazit der von der Stadt Wien eingesetzten Historiker_innenkommission – und auch heute, einen Staatsakt, einige Entschädigungszahlungen und zugesprochene Opferrenten später, sind die Verbrechen und deren Folgen noch lange nicht abschließend aufbereitet. Jahrzehnte zurückliegende Taten sind allzu oft verjährt, die Namen der Verbrecher_innen teils unbekannt, Mitwisser_innen- und -täter_innen schweigen bis ins Grab – doch die Verletzungen bleiben. Und das meist ein Leben lang.

Auf Grundlage von zahlreichen Interviews und intensiven Recherchen befasst sich DARUM unter der Regie von Victoria Halper und Kai Krösche in der performativen Installation Heimweh mit Fragen nach gestohlener Kindheit, Heimatlosigkeit und Gewalt. Fragmente realer Erlebnisse und Lebensgeschichten treffen auf unerfüllte Hoffnungen, von Schmerz und Ohnmacht geprägte Schilderungen auf kindliche Ausflüchte und utopische Gegenentwürfe. So entsteht in mehreren weitläufigen Räumlichkeiten der ehemaligen Wirtschaftsuniversität unter Mitwirkung junger Darsteller_innen zwischen 8 und 12 Jahren ein intimer, (alp-)traumartiger Resonanzraum, in dem die unversöhnten Spuren der Vergangenheit zum Widerhall gelangen.

Die Beteiligten

DARUM schafft immersive Formate an der Schnittstelle von Performance, Film, Video-, Ton- und Installationskunst. Für die zweiteilige Debütperformance "Ungebetene Gäste" wurde DARUM für den Nestroy-Spezialpreis 2019 nominiert und zum renommierten Impulse Theater Festival in Deutschland eingeladen. Die coronabedingt zum Film umgearbeitete Folgeproduktion "Ausgang: Offen" wurde für den Nestroy-Corona-Spezialpreis 2020 nominiert und feierte Premiere bei den 54. Hofer Internationalen Filmtagen. "Heimweh", eine Koproduktion mit WUK performing arts, ist DARUMs dritte Produktion in Wien.

Victoria Halper ist Regisseurin, Videokünstlerin und Schauspielerin. Geboren und aufgewachsen in Toronto, Kanada als Tochter österreichischer Eltern, studierte sie Regie und Schauspiel an der University of Toronto und emigrierte 2010 nach Österreich, wo sie als Regieassistentin an verschiedenen Theaterhäusern arbeitete (u.a. Volkstheater Wien). Für ihren ersten Spielfilm "Kommissar Taler" (Regie, Produktion, Schnitt) sowie ihre Arbeit als Regisseurin im Rahmen der Österreich-Premiere von Hannah Moscovitchs Nachkriegssozialdrama "East of Berlin" erhielt sie den Kulturpreis der Stadt Traun, Oberösterreich. 2018 erhielt sie für ihre Essay Performance über den frühen Tod ihres Vaters ("Dad Left") das Startstipendium für Darstellende Kunst des BMKÖS. 2018 gründete sie das Performancelabel DARUM (www.darum.at), mit dem sie zweimal in Folge unter der gemeinsamen künstlerischen Leitung mit Kai Krösche und Laura Andreß sowohl für die zweiteilige Debütperformance "Ungebetene Gäste" als auch das coronabedingt zum Film umkonzipierte Folgeprojekt "Ausgang: Offen" für die Nestroy-Spezialpreise 2019 sowie 2020 nominiert wurde. 2023 bezieht sie ein Arbeitsstipendium für Theater der Stadt Wien, um zu Fragen der Publikumsführung in immersiven Kunstformaten zu forschen. Vor kurzem schloss sie die Arbeit an ihrem ersten Experimentalfilm "Floating Flies" – ein analog-digitales Filmessay über das Sehen und Nichtsehen – ab, welchen sie derzeit bei zahlreichen internationalen Filmfestivals einreicht. www.victoriahalper.com

Kai Krösche ist Regisseur, Autor, Sounddesigner sowie Film- und Theaterkomponist. Nach ersten Theatererfahrungen an der Volksbühne Berlin bei Christoph Schlingensief studierte er Theater-, Film- und Medienwissenschaft (mit Schwerpunkten auf künstlerische Praxis und angewandte Film- und Theaterwissenschaft) und Philosophie in Wien.  Er arbeitete an zahlreichen Häusern, darunter Schauspiel Leipzig, Volkstheater Wien, Schauspiel Köln, WUK (Wien), WERK X-Petersplatz (Wien) sowie HochX München. Als Drehbuchautor/Regisseur realisierte er seit 2004 zahlreiche Filmprojekte, die unter anderem bei bedeutenden internationalen Filmfestivals, u.a.. bei den Internationalen Hofer Filmtage sowie dem Rhode Island Film Festival (USA), aufgeführt wurden. 2018 erhielt er das Startstipendium für Darstellende Kunst des Bundeskanzleramts Österreich für das Konzept zu einer Performance über einsame Begräbnisse in Wien ("Ungebetene Gäste"). 2018 gründete er das Performancelabel DARUM (www.darum.at), mit dem er zweimal in Folge unter der gemeinsamen künstlerischen Leitung mit Victoria Halper und Laura Andreß sowohl für die zweiteilige Debütperformance "Ungebetene Gäste" als auch das coronabedingt zum Film umkonzipierte Folgeprojekt "Ausgang: Offen" für die Nestroy-Spezialpreise 2019 sowie 2020 nominiert wurde. 2021 erhielt er für seinen Drehbuchentwurf "Bilder Schießen" das Wiener Dramatik Stipendium. 2022 bezieht er ein Arbeitsstipendium für Theater der Stadt Wien, um sich intensiv mit den Möglichkeiten der Virtual Reality im Theater auseinanderzusetzen. www.kai-kroesche.net

Andrea Meschik schloss ein Studium der Bühnengestaltung an der Universität für Musik und darstellenden Kunst in Graz ab. Im Rahmen ihrer Ausbildung und parallel zu dieser folgten zahlreiche Assistenzen an Theaterhäusern wie Kampnagel Hamburg, Opernhaus Chemnitz und Landestheater Niederösterreich. 2016 machte sie erstmals eine Hospitanz am Münchner Volkstheater im Bereich Bühne und Kostüm. 2018 bekam sie die Gelegenheit als Art Department Trainee unter der Leitung von Szenenbildner Erwin Prib an der Filmproduktion “West of Liberty” mit der Filmproduktionsfirma Network Movie Berlin mitzuwirken. Im selben Jahr stattete sie das Preisträgerwerk "Das Beste Orchester der Welt" unter der Regie von Henning Backhaus aus, das am Filmfestival Max Ophüls 2020 als Bester Kurzfilm ausgezeichnet wurde. Ihre Arbeit dafür wurde mit dem Artistic Direction Award von dem International Short Film Festival universo corto 2021 ausgezeichnet. Darauf folgten mehrere Produktionen wie "Der Traum" am zeitgenössischen Theaterfestival Hin & Weg in Litschau (Niederösterreich) mit dem Wiener Performancekollektiv KollekTief, "Aus aktuellem Anlass: Delphine in Triest", aufgeführt im Theater am Lend unter der Regie von Anja Wohlfahrt, sowie die Produktion "Wir werden damit leben müssen" von working life balance Ltd. in Kooperation mit Theater im Bahnhof, aufgeführt im Kristallwerk Graz. www.andrea-meschik.at

Armela Madreiter studierte Germanistik und Romanistik an der Universität Wien, Angewandte Theaterwissenschaften an der Universität Giessen und Applied Theatre am Mozarteum Salzburg. Zwischen 2012 und 2017 in arbeitete sie in einigen freien Theaterkollektiven in Wien. (wohingenau, Hira*) als Dramaturgin, Regisseurin und Autorin und zeigte verschiedene Produktionen auf Festivals in Salzburg, Wien und Niederösterreich. Seit 2019 ist sie auch vermehrt als Dramaturgin in Wien und Salzburg tätig, zuletzt bei den Salzburger Festspielen im Rahmen von jung&jede*r. Sie ist seit 2020 Teilnehmerin des Dramatiker*innenlehrgangs Forum Text der uni-t Graz und schreibt Texte für junges Publikum und Erwachsenen.  Ihr erstes Stück “Südpol. Windstill” wurde 2022 mit dem Mira-Lobe-Stipendium des Bundeskanzleramts sowie dem Sonderpreis des deutschen Kinder- und Jugendtheaterpreises ausgezeichnet.

Armin Kirchner schloss das Studium Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien erfolgreich ab. Erste Erfahrungen im Kulturmanagement sammelte er während dem Studium unter anderem in der Produktion verschiedener Filmfestivals und Theaterinszenierungen.2017 war er Mitbegründer des UNDOX Filmfestival für innovative Dokumentarfilmkunst, dem er zwei Jahre als kaufmännischer Leiter vorstand.In jüngerer Vergangenheit war er an der Arbeit an Filmprojekten des Dokumentarischen Labors beteiligt (darunter „What the wind took away“ von Helin Celik & Martin Klingenböck)) und für diverse Theaterprojekte tätig (darunter „UNGEBETENE GÄSTE“ und „Ausgang: Offen“ von DARUM – beide nominiert für den NESTROY-Theaterpreis). Nach einigen Jahren der Leitung des Marketings beim Festival *SZENE Waldviertel ist er derzeit als Projektmanager und Assistenz der Geschäftsführung beim Kultursommer Wien tätig und begleitet als Produktionsleiter verschiedene Theaterproduktionen.

Lukas Sallerarbeitet seit 2005 als selbstständiger Techniker mit diversen Theaterhäusern und Festivals zusammen. Nach der Mitarbeit unter anderem am Donaufestival, Hin und Weg – Theaterfestival, at:tension und einer Zweijährigen Anstellung im brut-wien als Bühnentechniker gründete er 2015 mit fünf Kollegen die kollektiv-geführte Veranstaltungstechnik und Dekorationsbau Firma PlanB Crew GmbH die ein breit gefächertes Angebot von Kulissenbau über Projektleitung bis Ton-, Licht-, Videotechnik anbietet. Das Kollektiv arbeitet seither mit diversen Kultureinrichtungen und Gruppen zusammen, wie das brut Wien, das Odeon-Theater, Nesterval, den Wiener Festwochen, dem Kultursommer Wien und vielen weiteren zusammen und realisiert dabei die verschiedensten Projekte in der Kulturszene.

Alina Schaller ist freie Theaterschaffende, Journalistin und Schauspielerin. Erste Theatererfahrungen machte sie im Alter von 7 Jahren. Seit 2016 ist sie Vorstandsmitglied der Theatergruppe kollekTief, die sich auf immersive Theatererlebnisse fokussiert und mit der u.a. 2020 das 14-tägige Isolationsprojekt "Bitte Nicht Berühren" am Hin & Weg Theaterfestival entstand. Sie war 2 Jahre lang bei Hitradio Ö3 als Senderegie und in der Touchpoint-Redaktion tätig. Es folgte ein Praktikum bei den ORF-Radionachrichten und den Ö1-Journalen. Zurzeit ist sie freie Redakteurin bei radio FM4. Sie ist bekannt aus einigen Film- und Fernsehproduktionen und stand bereits auf unterschiedlichsten Theatern als Schauspielerin auf der Bühne. 2017 war sie für ihre Rolle der Shirley in "Hangmen (Die Henker)" als jüngste Schauspielerin für den Nestroypreis nominiert. 2020 war sie für die Romy als Bester Nachwuchs für ihre Leistung in "Vorstadtweiber" nominiert. Im Juni 2022 feierte sie mit dem Kinofilm "Breaking The Ice", in dem sie die Hauptrolle besetzt, am Tribeca Film Festival Premiere. Für ihre erste Zusammenarbeit mit DARUM vereint sie nun ihre Fachkenntnisse im Theaterbereich und Journalismus.

Aliza Kern hat das Studium der Theater, Film- und Medienwissenschaften abgeschlossen und studiert derzeit weiterführend Internationale Entwicklung. Bei mehreren Kurzfilm - und Theaterproduktionen konnte sie bereits Erfahrungen in der Ausstattung sammeln.

Ort

Heimweh findet in den Räumlichkeiten der ehemaligen Wirtschaftsuniversität Wien statt.

WEST | Alte WU – Unizentrum Althanstraße
Augasse 2–6, 1090 Wien

Das WEST | Alte WU ist gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar (U4, U6, Straßenbahn D, 35 A, 37 A, S-Bahn).

Tickets

Mit der Saison 2022 | 2023 führen wir ein Wahlpreissystem ein. Das heißt, ihr, unser Publikum, entscheidet selbst, wie viel ihr zahlen könnt. Zur Auswahl stehen bei Heimweh aufgrund der Überlänge € 25, € 20 und € 15. Weitere Informationen zu unserem Wahlpreissystem findest du hier.
Wir bitten euch zu berücksichtigen, dass Tickets aus organisatorischen Gründen ausschließlich online gekauft werden können.

App ins WUK! Mit der TicketGretchen-App noch schneller Karten sichern.

Inhaber_innen eines Kulturpasses melden sich mit ihren Kartenwünsche sowie einem Scan oder Foto des gültigen Ausweises bitte bei performingarts@wuk.at.

Hinweise

Die Performance dauert ca. 4 Stunden inkl. Pausen.
Wir weisen darauf hin, dass im Stück detaillierte Beschreibungen schwerer psychischer, körperlicher und sexualisierter Gewalt gegen Kinder sowie deren lebenslange Folgen auf die Betroffenen vorkommen.
Das Publikum ist auf 30 Zuschauer_innen pro Vorstellung beschränkt und bewegt sich währenddessen durch einen Komplex verschiedener Räume. Das Publikum ist ausdrücklich nicht Teil der Inszenierung, wird also nicht zum Mitspielen aufgefordert, ist aber aufgrund der Intimität des immersiven Settings entsprechend exponiert.
Die Inszenierung arbeitet mit Dunkelheit, vereinzelt auch mit Stroboskoplicht und lautem Ton.
Der Spielort ist grundsätzlich rollstuhlgerecht und gut durch Rampen und Aufzüge erreichbar. Wir bitten aber darum, sich in diesem Fall im Vorfeld mit dem Team in Verbindung zu setzen.
Aufgrund von Inhalt und Form der Performance ist die Produktion nicht geeignet für Zuschauer_innen unter 16 Jahren.

Bei allen Fragen erreichst du uns unter performingarts@wuk.at oder das Infobüro unter 01 401 210

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