Wann

23. November 2017
25. November 2017

21:30 Uhr

Wo

Foyer

Performance, Tanz, TheaterPerformanceTheater

Otmar Wagner: Wunde Welt #3 Ästhetik der Absperrung

"Die Grenze ist nicht das, wobei etwas aufhört, sondern die Grenze ist jenes,
von woher etwas sein Wesen beginnt."

Martin Heidegger, Bauen Wohnen Denken, 1951

"Beuys empfiehlt die Erhöhung der Berliner Mauer um 5 cm (bessere Proportion!)"
(Joseph Beuys, Sediment #16, 1964)

Spielfeld, Herbst 2015: Flüchtlingsströme ohne Ende am österreichisch-slowenischen Grenzübergang. Wo kommen die denn alle her? Das ist nicht die Frage, und trotzdem die totale Überforderung. Deshalb: Ein Zaun muss her! Das steht nicht in Frage. Aber die eigentliche Kernfrage lautet: Wie soll er aussehen, der Zaun? Das beschäftigt nicht nur die Politik, sondern auch die Kunst. Denn es ist nicht nur ein gesellschaftspolitisches, sondern auch ein ästhetisches Problem. Und zwar: global.

Otmar Wagner widmet sich in 'WUNDE WELT #3' der Ästhetik der Absperrung, der Grenze, unübersehbar relevant, aber im Mainstream-Diskurs kaum bedacht. Er forscht. Er durchforscht und analysiert Grenzen weltweit aufgrund ihrer formalästhetischen Struktur: von Korea bis Kaschmir, von Melilla bis Marokko, von Belfast bis Berlin, von Zypern bis Ceuta, von Mexiko bis Mazedonien, von Palästina bis Pakistan, von den Vereinigten Staaten bis Bulgarien, von Ungarn bis Österreich.

Damit ist Otmar Wagner wieder daheim angekommen, er liest Régis Debrays 'Lob der Grenzen' und Konrad Paul Liessmanns 'Lob der Grenze'. Weil ihn das nicht weiterbringt, fährt er nach Spielfeld und praktiziert dort die Extremsportart 'Grenzzaunjogging' - er joggt am Grenzzaun entlang. Das bringt ihn auch nicht weiter. Weiter bringt ihn ein brillanter Artikel von Olaf Briese: 'Wartungsarm und formschön. Zur Ästhetik der Berliner Mauer'. Weiter bringt ihn auch die 'Lebende Grenze' der Identitären, ihr antihumanitärer Aktionismus, ihr verkörperter Hass. Und weiter bringt ihn auch seine eigene Haut, die er, im Gegensatz zu all den Flüchtlingen dieser Welt, nicht retten muss: eine semipermeable europäische Membran, atmungsaktiv und jederzeit bereit für einen Urlaub in exotischen Beach-Resort-Hotels, die ihm (gut abgeschirmt und bewacht) erlauben, sich der Wiederentdeckung der eigenen Körperlichkeit hinzugeben. Und zwar als Jungfrau, als 'Jungfrau Europa', scheinbar ohne Schuld und ohne Scham, ein Körper, ein Geist, vorgezeichnet von Sebastian Münter, 1537, eine utopische Kartografie der Macht.

Otmar Wagner

Über Otmar Wagner

Otmar Wagner arbeitet als Performancekünstler, Darsteller und Regisseur. Derzeit entwickelt Wagner vorwiegend Essay-Performances und multimediale Konzert-Performances. Neben Solo-Projekten realisierte er gemeinsame Arbeiten mit Lars Moritz, norton commander productions Dresden, Florian Feigl (Wagner-Feigl-Forschung/-Festspiele), Nikolaus Woernle, Rike Reiniger, Noah Holtwiesche (gemeinsame Gründung von PAN - Performance Art Network Vienna), toxic dreams, und zuletzt mit dem Dokumentartheater-Regieduo Kroesinger/Dura für den Steirischen Herbst 2016.

Lehrtätigkeiten 2015: Gastdozent für 'Performative Architekturen' an der Kunstuniversität Linz, Abteilung Urbanistik (incl. Campbau im Rahmen des Festivals der Regionen, Ebensee) / Workshop für das Institut Angewandtes Theater Wien

Neuere Arbeiten (Auswahl):
Willkommen in der Europaschutzzone. Eine Grenzwanderung.
Projekt von Kroesinger/Dura (Steirischer Herbst, Leutschach, 2016) / AKTION AKTUELL - ein performatives Live-Nachrichtenjournal. Ausgabe 01-06. Mit Lars Moritz (Okto-TV-Studio Wien; Okt. + Dez. 2014 / März + Dez. 2015 / Jan. + März 2016), ZASTER & ZOMBIES. Ausschweifungen über das Andere. Essay-Performance (Festival 'Wunder der Prärie', zeitraumexit e.V., Mannheim, 2015), HIC SALTA! - eine Sprungforschung. Version 01-03. Essay-Performance (Künstlerforum Bonn, 2015; Crossbreads 2014 Wien; Reheat Festival 2013 Burgenland), Das ist die Wahrheit des Krieges. Darsteller. Videoprojekt von Susanne Schuda (ORF; Erstausstrahlung: 03.02.2015),GORILLA KURT DIE KURVE performt das Wachstum(Sichtbetonung' Dresden, 2014), ART & FUTURE. Videoperformance ('Future Horizon', Tanzquartier Wien, 2014), TANZ DEN TOD! Solo-Darsteller. Theaterperformance von n.c.p. (Festspielhaus Hellerau,FFT Düsseldorf, Schwankhalle Bremen, 2013-2014), ARBEIT WACHSTUM KUNST - eine Fitnesslounge. Installation (Jacuzzi-Festival, Wien, 2013),AUFRÄUMEN! - Abende über Arbeit (mit Lars Schmid, WUK Wien, 2013), Performances für AKTIONEN/ATTRAKTIONEN (Dom Hamburg, 2013), BASICS of/on PERFORMANCE ART Lecture/Demonstration (Mozarteum Salzburg, 2013), KOLLAPS KUNST MORALVERKEHR. Essay-Performance mit Gästen (WUK Wien, 2012), The Border / Guten Morgen, Europa! Konzert-Performances (Kopenhagen und Mannheim, 2012), Die Lange Nacht der Performancekunst-Geschichte. 6-stündige Marathon-Lecture-Performance (Marstall München, 2012)

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Tanztraining der irischen Volkstanzgruppe

Fr 01. Juni 2018 - Fr 31. Januar 2020, 19.00 Uhr - 21.30 Uhr

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Mit Karine LaBel und Live-Percussion

Sa 30. Juni 2018 - So 30. Juni 2019, 18.00 Uhr - 19.30 Uhr

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Sa 30. Juni 2018 - So 30. Juni 2019, 19.00 Uhr - 22.00 Uhr

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Sa 30. Juni 2018 - So 30. Juni 2019, 20.00 Uhr - 22.00 Uhr

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Fr 31. August 2018 - So 30. Juni 2019, 19.00 Uhr - 20.30 Uhr

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