Seit 25 Jahren choreografiert Saskia Hölbling zeitgenössischen Tanz mit ihrer Compagnie DANS.KIAS

(c) Anna Stöcher

Seit 25 Jahren choreografiert Saskia Hölbling zeitgenössischen Tanz mit ihrer Compagnie DANS.KIAS

1995 gründete Saskia Hölbling ihre Compagnie DANS.KIAS. 25 Jahre später hat sie über 40 Werke geschaffen. Für die Broschüre von WUK performing arts hat Simon Hajos diesen Text zur Verfügung gestellt.

Saskia Hölbling beschäftigt sich mit Darstellungsformen von Körpern, die sich linearer Interpretationen entziehen, und zwar sowohl in Gruppenformationen als auch solistisch. Was einen Kritiker zu folgenden Zeilen veranlasste: „Diese Anti-Barbiepuppe fordert eine neue Erfindung des Standpunktes (...), bricht mit allen Konventionen, mit einer kalten, schönen Kraft voll schweigender Intelligenz sowie einer kämpferischen Körperlichkeit.“

1995 gründete Saskia Hölbling ihre Compagnie DANS.KIAS. 25 Jahre später hat sie über 30 Werke geschaffen. Neben ihren eigenen Arbeiten kollaborierte sie auch immer wieder mit anderen Künstler_innen wie zum Beispiel mit Bob Wilson, Willi Dorner, Laurent Pichaud, Benoît Lachambre oder zuletzt mit der französischen Choreografin Anne Collod.

Ihr Interesse gilt auch der zeitgenössischen Musik. So inszenierte Saskia Hölbling Werke von Luciano Berio für Wien Modern oder von Wolfgang Mitterer sowie eine Choreografie für Iannis Xenakis Oresteia unter der Leitung von Carlus Padrissa für die Wiener Festwochen.

Sie selbst sagt über ihre Arbeit:

Ich gehe von der Utopie der Möglichkeit aus, dass sich unsere Körper so verändern können, wie wir sie denken; von Körperkonzepten, die den Körper als eine Art Gedankenmasse begreifen, die jegliche Erscheinungsform, mehr noch jegliche Seinsform einnehmen kann. Wo ein Ellenbogen ebenso Entscheidungen trifft wie eine Wade oder der Kopf. Kein Festhalten, kein Beharren auf einem Gedanken. Immer im Fluss der Assoziationen oder der Artikulation des Körpers.

Was ich damit erreichen möchte? Ein Öffnen stereotyper Vorstellungswelten, eine Sensibilisierung für Zwischenbereiche und Fremdfelder, in die jede_r zu diffundieren vermag. Und ich möchte dazu ermutigen, diese Freiheit der Darstellung zu nutzen.

Mich interessiert Körperlichkeit jenseits geläufiger Zuordnungen. Jene physisch sinnlichen Zustände, die durch ein „Innendenke“‘ des Körpers entstehen und nicht durch konkrete äußere und schon bekannte Bilder. Zustände, die autonom Form annehmen und uns Raum und Bewusstsein in anderer Art und Weise begreifen lassen. Die sich schneller und linearer Interpretationen entziehen.

Daran liegt das Faszinierende, darin liegt die Poesie. Es ist ein Eindringen in ein wenig erforschtes Universum, ein in seiner Ungezähmtheit zartes und fragiles, weder laut noch provokativ, schwer in Worte zu fassen, aber seltsam nahe. Es geht um ein Wagnis, einem anderen Selbstverständnis zu folgen, andere Vorstellungswelten zuzulassen, einer anderen Realität zu vertrauen.

Geplant war, dass die Choreografin Saskia Hölbling im April 2020 ihre neue Arbeit „Through Touches“ im Programm von WUK performing arts präsentiert. Damit wird sie auch zeitgleich das 25jährige Jubiläum ihrer Company und der gemeinsamen Arbeitsjahre feiern. Simon Hajos ist langjähriger Begleiter ihrer Arbeiten und ist einschlägiger Kenner des Werdegangs der Künstlerin und ihrer künstlerischen Partner_innen.

Dieser Text wurde für die Broschüre neun | nine von WUK performing arts verfasst. Die Broschüren der Saison 2017 | 2018 sowie 2018 | 2019 können auf unserer Website digital gelesen werden.

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