Zeit

Mi 22. / Do 23. April | 19:30 Uhr

Preis

€ 22 | 18 | 14

Ort

Saal

Eingang

C

© Jan Bosch
Performance, Tanz, TheaterPerformance

Hanna Steinmair: RAGE. A Tennis Western

Gastspiel

„I don’t cheat to win. I’d rather loose“ (Serena Williams)

„I don’t necessarily like breaking rackets“ (Coco Gauff)

Zwei Tennisspielerinnen rasten aus. Zerschmettern Schläger. Reißen Netze ein. Verlieren endlich die Kontrolle. Das Spielfeld liegt in Trümmern. Dünner Sand weht über das Feld. Auftritt zweier Cowboys. Als Country Fans, Tennisgöttinnen und zugleich höchst erregbare Big Bosses wagen Iman Tekle und Maria Sendlhofer einen Balanceakt auf der Linie zwischen Reenactment und Empowerment, zwischen Solidarität, Sportmanship und entfesselter Wut. RAGE fahndet nach den verschiedenen Lesarten von Wut und untersucht Gründe ihrer Ungleichverteilung. RAGE rückt die Inszenierung von Wut ins Zentrum des Geschehens: als Fake, als Annahme, als Privileg, als Übertreibung und als fulminantes Spiel.

Wir experimentieren mit TENNIS als Mechanismus der Erregbarkeit, in dem es nur darum geht, die Gegenspielerin aus der Form laufen zu lassen. Der Tenniscourt interessiert uns als hypersymbolischer Ort, der durchzogen ist von Systemen von Macht und Kontrolle: Wer darf sich wie verhalten? Wem glauben wir? Die Regeln des Spiels, angeblich für alle gleich, werden je nach Person, die sich auflehnt, ganz unterschiedlich bewertet. Im Tennis gibt es dafür unzählige Beispiele, man vergleiche nur den Wutausbruch eines John McEnroe (dessen Schimpftiraden wir in edle Countrysongs verwandelt haben) mit der Aufbegehr einer Serena Williams, und siehe da, wie lange der white Dude ununterbrochen wüten darf, während bei der zornigen Schwarzen Frau jahrtausendealte Stereotype schnellstmöglich wieder reaktiviert werden… WESTERN beschäftigt uns als Genre, in dem Rival*innenschaft und Polarisierung überdeutlich zu Tage treten und gefährlich werden. Eine Verquickung der beiden Genres Tennis und Western ermöglicht der Performance, Achsen weißer Privilegiertheit und Kontrolle sichtbar werden zu lassen und durch Überkonkretisierung ad absurdum zu führen, sie aber auch lustvoll zu überschreiben und neu anzueignen. 

 

 

Credits

Konzept & Inszenierung 
Hanna Steinmair 

Performance 
Maria Sendlhofer, Iman Tekle

Video & Live Kamera
Julia Novacek

Künstlerische Mitarbeit
Julia Novacek, Maria Sendlhofer, Joana Tischkau

Dramaturgie
Christopher Weickenmeier

Musikalische Setzung Songs & Gesangscoach 
Jan Gehmlich

Setzung Liederbuch
Anna Bachofner-Mayr
 

Koproduziert von: Künstlerhaus Mousonturm. 
Gefördert durch: Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, Frauenreferat Frankfurt, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Fonds Darstellende Künste – Förderprogramm „Take Action“.
Mit freundlicher Unterstützung durch: SV Oberrad 05 – Abteilung Tennis, Gießener Tennisclub Rot-Weiß e.V., Tennis Union Nussbach, Tennis Point Vienna, geprobt im Z_Zentrum für Proben und Forschung.

about

Hanna Steinmair arbeitet als Dramaturgin, Regisseurin und Performerin an Möglichkeiten überbordender Erzählweisen und lustvoller Konkretheit. Als Performerin widmet sie sich u.a. mit brands/sistig/steinmair minimalistischen Performances für junge Leute (1001 Sorrys, Lügen Üben) oder patriarachalen Heldenepi (6,5 heldentode). Eigene Arbeiten und Kollaborationen wurden u.a. am Mousonturm Frankfurt, am Theaterdiscounter Berlin, der Schwankhalle Bremen, auf hessischen Tennisplätzen, Festivals und um alte Türme herum aufgeführt. Als Dramaturgin arbeitete Hanna in Berlin und Frankfurt, u.a. am Künstler*innenhaus Mousonturm für Theater der Welt 2023, wo sie die Programmreihe für junges Publikum kuratierte. Seit 2024 ist Hanna als Dramaturgin am brut Wien tätig, mit Fokus auf Zugänglichkeit und Outreach.

Iman Tekle ist in Asmara geboren, in Köln aufgewachsen und studierte Schauspiel am Mozarteum Salzburg. Als freischaffende Schauspielerin überzeugte sie auf zahlreichen deutschen Bühnen, zuletzt an der Volksbühne Berlin in der modernen Bearbeitung von Tschechows „Drei Schwestern“. Parallel dazu arbeitet sie erfolgreich für Film und Fernsehen und war unter anderem im „Tatort Münster“ an der Seite von Jan Josef Liefers und Axel Prahl zu sehen. Mit der KiKA-Serie „Gong! Mein spektakuläres Leben“ war sie zudem Teil einer International-Emmy-nominierten Produktion. Seit 2026 übernimmt sie die Rolle der neuen Kriminalkomissarin Toni Kidane im Hauptcast der beliebten ZDF-Krimiserie „Soko Stuttgart“. 

Maria Sendlhofer studierte Multimedia-Art, Theater-, Film- und Medientheorie sowie Theaterregie. Nach dem Studium folgten Inszenierungen u.a. am Schauspielhaus Wien, in der ARGE Salzburg, am Kosmos Theater und dem Theater am Werk. Als Performance-Künstlerin war sie u.a. an den Arbeiten CARRYING A GUN im WERK X, REPRO RAVE im Dschungel Wien und an RAGE – A TENNIS WESTERN sowie WITCHES! WHISPERING RESISTANCE im Künstler*innenhaus Mousonturm in Frankfurt beteiligt. 2021 gründete sie gemeinsam mit Christina Kramer und Enrique Fiß den Verein VARIANTE VIERUNDVIERZIG mit welchem sie Projekte an der Schnittstelle von Theater, Performance und Tanz umsetzen. Gemeinsam arbeiten sie zu Versuchen alternativer Probe-Strukturen und Produktions-Bedingungen.
http://mariasendlhofer.at/ 

Julia Novacek ist Filme- und Performancemacherin und Videokünstlerin. Sie arbeitet aus queerfeministischer Perspektive an der Schnittstelle von Film, Performance, und gesellschaftspolitischer Praxis. Sie arbeitet immer wieder in neuen Kontexten und künstlerischen Konstellationen. Gezeigt werden ihre Arbeiten sowohl auf Filmfestivals wie in Produktionshäusern u.a. bei Mousonturm (FFM), Schwere Reiter (München), Theater Münster, Theater Regensburg, WERK X Petersplatz, Netzwerk Seilerei (FFM), Lake Studios (Berlin), Klosterruine (Berlin), SON/TON Festival (Brüssel), Flausen Festival, Hessische Theatertage, Female Eye Film Festival Toronto (Canada), this human world Filmfestival (Wien), Women Make Waves International Film Festival (Taiwan). Ihr aktueller Dokumentarfilm Dosta, Dosta gewann zuletzt die Preis für Besten Dokumentarfilm 2025 am Women X Film Festival 2025 (England) sowie am SPE Media Festival 2026 (USA).
www.julianovacek.com

 

Tickets & Preisinfos

  • ​​​​​​WUK Onlineshop
  • TicketGretchenticketgretchen.com
  • Abendkassa WUK: nach Verfügbarkeit, Währinger Straße 59, 1090 Wien. 
    Die Abendkassa öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.
  • Wahlpreissystem:
    Bei Veranstaltungen von WUK performing arts entscheidest du selbst, wie viel du zahlen kannst.
    Zur Auswahl stehen € 22, € 18 und € 14.
    Zusätzlich bieten wir eine ermäßigte Kategorie um € 10 für folgende Personengruppen an: Alleinerziehende, Arbeitssuchende, Sozialhilfe Empfänger_innen, Asylwerbende, Studierende, Pensionist_innen, Personen mit geringem Einkommen
  • Weitere Informationen zu unserem Wahlpreissystem findest du hier.
  • Kulturpass: Inhaber_innen eines Kulturpasses können ihr Ticket online buchen, sofern es noch Kontingent gibt. Wir bitten darum, den Kulturpass gemeinsam mit dem Ticket bei Einlass unaufgefordert vorzuweisen.
  • Rollstuhlplätze: Es steht eine limitierte Anzahl an Rollstuhlplätzen zur Verfügung. Tickets für diese Plätze sind online buchbar, sofern es noch Kontingent gibt. Für Begleitpersonen ist der Besuch gratis, wir bitten aber auch diese, den Platz online vorab in der entsprechenden Katergorie zu buchen. 
Kontakt und Zugang
  • WUK Werkstätten- und Kulturhaus, Währinger Straße 59, 1090 Wien
  • Das WUK ist gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen (U6, Straßenbahn 37, 38, 40, 41, 42). Anfahrt
  • Der Zugang zum Foyer und Saal ist barrierefrei möglich, es gibt eine Toilette mit Haltegriffen.

Bei allen Fragen erreichst du uns unter performingarts@wuk.at oder das Infobüro unter 01 401 210

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