Time

Di 28.1. - Sa 8.3.2025

Price

Eintritt frei

Place

Fotogalerie Wien

Gate

G

Anahita Asadifar, Untitled 6, 2024
Kunst,  Ausstellung

SOLO XVI: Anahita Asadifar

Retrospectral

Yet all we inherit will dissolve into the air   

Wir haben zweifellos die Schwelle zum 21. Jahrhundert überschritten und befinden uns inmitten einer neuen Gefahrenzone. Welche Rolle spielen Politik, Kunst und Sex darin – wie unterbrechen sie die brutalen Mutationen des Kapitals? Diese allzu allgemeine Frage ist vielleicht weniger banal, als sie zunächst erscheint, denn tatsächlich wurden ihre Signifikanten – Politik, Kunst, Sex – abgeschafft und ersetzt durch Moral, „Artivismus“ und Gender als liberales Identitätsangebot. Anahita Asadifars künstlerische Praxis aber hält an der eigentlichen Frage fest und konfrontiert zugleich die Dilemmata, die zu ihrer Reformulierung geführt haben. Sie erprobt das „Hier und Jetzt" durch bislang unerschlossene geografische Verbindungen, generationelle Brüche und choreografische Begegnungen, wobei sie auf unwahrscheinliche, aber präzise künstlerische Aktualisierungen von Erfahrung setzt anstatt auf die algorithmischen Fatalitäten (und die gähnende Leere) der zeitgenössischen Diskurse über den sozialen Wert der Kunst.

Träume von Schlaflosigkeit: Dies ist der Stoff, aus dem Anahita Asadifars Kunst gemacht ist. Ein bewegtes Gewebe aus Bildern, Texten, Tanz, Musik, Maschinen, Sprechakten, Körpern und Persona, das einen flüchtigen, edgy, fast halluzinatorischen Zustand der Wachsamkeit vermittelt. Ihre Arbeit entlehnt Elemente des Surrealismus, doch anstatt die Differenz zwischen Realität und Traum aufzuheben, betont sie ihre Diskontinuitäten als Folge unserer zunehmenden „Unfähigkeit zu schlafen“. Viele der Arbeiten verweisen auf Orte der Unterhaltung oder Kommunikation, für die Massen und die „Hochkultur“: Eine tausendköpfige Chorwand singt mit operngeschulter Stimme ein Wiegenlied aus dem Iran. Die Vision wird „kosmisch“ in einer nächtlichen Zusammenkunft von Bildern einer urbanen Parkanlage und vom Krieg, synchronisiert mit Tiny Tims parodistischer Zelebrierung der Umweltkatastrophe. In einer Musical-TV-Show empfängt Judy Garland die Stargäste Walter Benjamin und Sylvia Wynter.

In all diesen Erkundungen liegt ein Quantum an Methode: Ihre produktive Matrix ist die der Montage, ihre wesentliche Eigenschaft die Theatralisierung, ihre Muse die grenzenlose Versatilität der Technologie. Doch die verschiedenen Wege der Werke verzweigen sich, winden sich durch die Löcher und Brüche ihrer eigenen Methode, anstatt ihr zu folgen. So entstehen Gesamtkonstellationen singulärer Werke, deren Elemente von einem zum anderen wandern. 

Die Ausstellung folgt den seltsam unbekannten Wegen und Verfahren, durch die Anahita Asadifars anachronistische Remixe sich die „Zwecklosigkeit“ der Kunst zunutze machen.

(Text von Antonia Birnbaum, übertragen ins Deutsche von Sophia Roxane Rohwetter)

Please accept the Marketing Cookies to view this video.

Seit 2010 wird jährlich eine der in der Fotogalerie Wien stattfindenden Ausstellungen einem/einer jungen aufstrebenden Künstler*in als Einzelausstellung gewidmet. Diese Ausstellungsreihe, SOLO, fungiert als Plattform und Sprungbrett für Künstler*innen, die gerade am Beginn ihrer Karriere stehen, aber bereits über ein umfangreiches Werk verfügen, das wir einer breiten Öffentlichkeit präsentieren möchten. Ziel ist es, eine nachhaltige Bekanntheit für die/den ausgewählte/n Künstler*in zu schaffen; dies inkludiert auch die Vermittlung von Kooperationen und Wanderschaften. 

Diese Veranstaltungen könnten dich auch interessieren:

On Chewing Shoelaces: Art, Mess and Radical Kinship

Was, wenn mess – das Durcheinander – die Methode ist?

Thur 17.9.2026 until Sat 24.10.2026

kex—kunsthalle exnergasse
Barrierefrei über Lift B

Read more
Eine figurative Ölmalerei einer nackten, hellhäutigen weiblichen Figur, die mit einer Hand ihre Brust berührt und in der anderen eine halb aufgegessene Frucht hält, mit einem Auge zwinkert und die Zunge herausstreckt, während Flüssigkeit aus ihrer Vulva austritt.

DER ROTE FADEN

ANITA MÜNZ zeigt Arbeiten aus 5 Jahrzehnten

Do 8.10.2026 bis So 11.10.2026

IntAkt Galerie
Barrierefrei über Lift D

Read more

Momentaufnahme

Eine Fotoausstellung von Michaela Falkensteiner und Christine Baumann

Fr 9.10.2026 - So 11.10.2026

WSB-Studio
Barrierefrei über Lift D

Read more

Graues Rauschen

Fotoaustellung von Julius Werner Chromecek, Daniela Zeilinger und Bastian Hackl-Schwind

Sa 17.10.2026 bis So 18.10.2026

WSB Plenarraum

Read more

Sa 17.10. und So 18.10.2026, 15.00 – 19.00 Uhr

WUK Areal

Read more
Röntgenaufnahme eines Regals mit verschiedenen Haushaltsgegenständen und Werkzeugen

Mo 19.10. bis Sa 21.11.2026

Fotogalerie Wien
Barrierefrei zugänglich

Read more

KEX Newsletter

Melde dich hier zum Newsletter der Kunsthalle Exnergasse an, um über Ausstellungen und Veranstaltungen informiert zu werden.

Mehr lesen

Anfahrt

So findest du zu uns!

Mehr lesen
Women's Euro 2017 Public Viewing im WUK (c) Niko Ostermann
Mehr lesen

Häufige Fragen und Antworten zu den Themen Tickets, Konzerte und Partys findest du hier.

Mehr lesen