DANUBE REQUIEM – a hyperrealistic drama
DANUBE REQUIEM – a hyperrealistic drama ist eine moderne Requiem-Form für Europas zweitgrößten Fluss – ein zeitgenössisches Musiktheater, das die Donau nicht als Landschaft, sondern als verletztes Wesen begreift. In einer nahen, nicht mehr lesbaren Zukunft, in der der Fluss versiegt ist, folgt ein Kollektiv von Spieler:innen den Spuren der „schönen blauen Donau“ und sucht nach dem, was von ihr geblieben ist.
Ausgehend von ökofeministischen Diskursen und dem Symposium Ecofeminist Practices in Art & Activism, welches im Oktober 2025 im WUK stattfand, entwickelt Natalie Assmann gemeinsam mit der Komponist*in Urška Preis, Theoretikerin Sophie Lingg sowie der Künstlerin Noushin Redjaian eine hyperrealistische, klangbasierte Aufführung über das Leben und Sterben der Donau.
Die Komposition dekonstruiert die klassische Requiem-Liturgie und verschränkt sie mit volkstümlichen Donau-Referenzen in einem zeitlosen elektroakustischen Raum. Die Spieler*innen Tala Al-Deen, Michaela Kapar und Sascha Anna Schall verhandeln die Biografie der Donau ebenso wie eigene Prägungen durch Religion, Gewalt und Zerstörung – als körperliche und historische Erfahrung. Von der Quelle über Wien bis zur ehemaligen Mündung folgt die Erzählung dem Flusslauf und entwirft eine performative Kartografie aus Erinnerungen, Verlust und widerständigen Gegenwartsspuren.
Die Auseinandersetzung mit individuellem und kollektivem Schmerz über die fortschreitende Zerstörung multipler Welten in einer spätfaschistischen Gesellschaft öffnet einen Raum für Erlösung – nicht als Trost, sondern als Praxis. DANUBE REQUIEM wird so zu einem immersiven Gefüge, das von der Überzeugung getragen ist: Erst wenn Verlorenes betrauert wird, kann Lebendiges geschützt werden.
Credits
Organisation Symposium
Natalie Assmann, Sophie Lingg, Mir Raggam-Alji
Performance von und mit
Tala Al-Deen, Michaela Kaspar, Sascha Anna Schall
Komposition, Live-Musik
Urška Preis alias m preis
Bühne und Ausstattung
Noushin Redjaian
Lichtdesign
Sveta
Recherche, inhaltliche Beratung
Sophie Lingg
Raumkonzept
Natalie Assmann, Noushin Redjaian
Künstlerische Mitarbeit der Ausstattung
Vasilisa Grebenshchikova
Künstlerische Assistenz der Regie
Sascha Anna Schall
Dramaturgische Mitarbeit
Michaela Kaspar
Szenen-Fotos
Sattva Caru Giacosa
Produktionsleitung
Magdalena Stolhofer & Nina Samadi / dieKulturtanten
Administration
Therese Kaiser
Gestaltung Kampagnen Foto
Apollonia Bitzan, Sascha Anna Schall, Natalie Assmann, Jolanda Resch
Künstlerische Leitung, Regie
Natalie Assmann
about
Tala Al-Deen, absolvierte ihr Schauspielstudium an der Kunstuniversität Graz. Mit Regisseurin Sophia Barthelmes entwickelte sie zwischen 2014 und 2017 performative Rauminstallationen, die sie auf Kampnagel und in der Gaußstraße in Hamburg zeigten. Seit 2016 ist sie Sängerin und Stylophonistin der Grazer post-pop/post-fact/postpost-Band Frau Sammer und seit 2017 Mitglied des queerfeministischen Theaterkollektivs Deine Mudda. Sie war in der Gruppe NSU Komplex auflösen aktiv, die Tribunale zur Anklage rassistischer Gewalt organisiert. Zur Spielzeit 2018/19 trat sie ihr Erstengagement am Nationaltheater Mannheim an, seit 2023/24 ist sie Teil des Ensembles am Schauspielhaus Wien. Sie ist auch in Film- und Fernsehen, sowie in diversen Kontexten als Sprecherin tätig. Sie lebt in Wien.
Natalie Assmann (*1988) ist freischaffende Künstlerin, Regisseurin, Theatermacherin und Kuratorin. Ihre überwiegend kollaborative Praxis bewegt sich zwischen interdisziplinärer Performance, bühnenbasierten Stückentwicklungen und hybriden Festivalformaten. Aufgewachsen in Linz an der Donau und im Theater, beschäftigt sie sich mit queerfeministischen Gegennarrativen, posthumanistischen Konzepten sowie antifaschistischem Ästhetiken – innerhalb und jenseits künstlerischer Produktion. Nach zahlreichen Engagements als Performerin war Assmann 2019/2020 Co-Leiterin und Kuratorin der WIENWOCHE – Festival für Kunst & Aktivismus; Projekte wurden u. a. am Schauspiel Köln, brut Wien, beim Impulse Theater Festival NRW, beim CTM Festival Berlin, an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz sowie beim S_P_I_T – Queer Performance Festival im Tanzquartier Wien gezeigt. Mit der von Gin Müller initiierten Stückentwicklung Justitia!_Identity_Cases wurde das Team für den Nestroy-Preis 2023 in der Kategorie „Beste Off-Theater-Produktion“ nominiert. Die Produktion City of Whores, mit Red Edition – migrant sex workers group, die sich mit der Kriminalisierung von Sexarbeiter*innen und Empowerment-Strategien auseinandersetzt, erhielt 2023 den zweiten Preis der Freien Szene Wiens. Das Kollektiv Erzebét Szabó, dessen Teil Assmann war, wurde 2016 bei der Internationalen Schlepper & Schleuser Konferenz an den Münchner Kammerspielen für die Fluchthilfe Aktion Refugee Konvoi mit dem Lisa-Fittko-Preis sowie mit dem Ute-Bock-Preis für zivilgesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Assmann initiierte die Reihe TU FASCHO AUSTRIA an der Volksbühne Berlin. Gemeinsam mit Denise Kottlett gründete sie 2024 den PAM PAM CLUB – queer Erotic Night Vienna. Assmann erhielt sowohl das Startstipendium des Bundes Österreich als auch das Arbeitsstipendium für Theater der Stadt Wien. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Partnerin und ihrer Hündin.
Sattva Caru Giacosa (geboren in Bailadores, Venezuela; lebt und arbeitet in Wien, Österreich) Die Schnittstelle zwischen Fotografie, Performance und Installation bildet den Kern ihres künstlerischen Ansatzes, mit dem sie sich mit sozialen Themen wie dem weiblichen Körper, Migration und Repräsentation auseinandersetzt. Ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen als Migrantin untersucht sie die Spannung zwischen hypervisueller Politik und Desensibilisierung gegenüber Bildern und setzt sich kritisch mit den Hierarchien auseinander, die visuellen Erzählungen innewohnen. Mit Hilfe der Fotografie als imaginativem Medium schafft sie historische Dokumente und affektive Kartografien, wobei sie sich auf den Körper als soziopolitisches Territorium konzentriert – eine Karte der Vertreibung, des Exodus und des Exils. Sattva unterrichtet Fotografie, visuelle Erzählungen und Schreiben und legt dabei den Schwerpunkt auf kritisches Denken über Bildgestaltung, den Blick und das Geschichtenerzählen.
Vasilisa Grebenshchikova ist eine in Wien lebende Bühnen- und Szenenbildnerin sowie multidisziplinäre Künstlerin, die in den Bereichen Theater, Film, Performance und Installation arbeitet. Sie hat einen Masterabschluss in Bühnen- und Filmdesign von der Universität für angewandte Kunst Wien. In ihrer künstlerischen Praxis erforscht sie Raum als narratives Medium und verbindet Szenografie, Malerei und Materialexperimente. Sie hat an Opern-, Theater-, Musikvideo- und bildkünstlerischen Projekten mit internationalen Künstler:innen und Regisseur:innen zusammengearbeitet, und ihre Arbeit bewegt sich fließend zwischen klassischen Bühnenformaten und zeitgenössischem visuellem Erzählen.
Michaela Kaspar, Schauspielerin in Saarbrücken (D) geboren, absolvierte ihre Schauspielausbildung 1996-1999 in Wien. Bereits während des Studiums war sie am Volkstheater Wien und am Theater Drachengasse engagiert. Es folgten Engagements u. a. am Theater Erlangen, Staatstheater Nürnberg, Theater in der Josefstadt Wien, Rabenhof Theater Wien, sowie bei verschiedenen Sommerfestspielen. Von 2013 bis 2025 war sie festes Ensemblemitglied am TAG – Theater an der Gumpendorferstraße in Wien unter der künstlerischen Leitung von Gernot Plass. Sie arbeitete mit Regisseur*innen wie Joachim Schloemer, Alexander Pschill, Folke Braband, Susanne Lietzow, Christian von Treskow, Georg Schmiedleitner, Thomas Birkmeir, Henry Mason und Ralph Bridle und verkörperte u. a. Rollen wie Medea, Iphigenie, Kriemhild, Elisabeth in Maria Stuart, Frau John in Die Ratten und Martha in Wer hat Angst vor Virginia Woolf? Ihre schauspielerische Arbeit wird seit früher Jugend durch eine umfassende tänzerische Ausbildung ergänzt. Auf Ballett und Turniertanzsport folgten Modern- und Jazz Dance, später eine intensive Auseinandersetzung mit Tango Argentino und Contact Improvisation. Neben ihrer Theaterarbeit ist Michaela Kaspar auch in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen und als Sprecherin tätig.
Sophie Lingg forscht, experimentiert und organisiert zu Digitalität, digitalen Medien und deren Nutzung für queer-feministisches, künstlerisches Arbeiten und Kunstvermittlung sowie zu Ökofeminismus, öffentlicher Raum und dessen Nutzung. Sie schreibt ihre Dissertation über künstlerische und künstlerisch-aktivistische Arbeit in sozialen Medien (betreut von Elke Krasny). Sie ist Mitherausgeberin des FKW-Journals Feminist Infrastructural Critique. Life-affirming Practices Against Capital (Nr. 74; 2024) sowie Radicalizing Care: Feminist and Queer Activism in Curating (London, Sternberg Press, 2021). Sophie ist Mitbegründerin der Lesegruppe LESECLUB (@lc.leseclub) und Teil des Seidenmalerei-Projekts Silke (@silke_est2017).
Urška Preis (*1992) ist ein:e intermediale:r Künstler:in, Musiker:in, Komponist:in, Kurator:in und Autor:in. Nach einem Austauschjahr an der Listaháskóli Íslands in Reykjavík schlossen Preis 2015 ein Studium im Bereich Grafikdesign an der Akademie der Bildenden Künste und Design in Ljubljana ab. 2021 beendeten Preis ein Masterstudium mit Auszeichnung und erhielten für die Abschlussarbeit den Prešeren-Studierendenpreis. Im Jahr 2021 präsentierte Preis das intermediale Soloprojekt Forgetting Pavla Debeljak sowie die audiovisuelle Einzelausstellung Dolores im Rahmen des Red Dawn Festivals, in denen die Wechselbeziehungen von Schmerz, Sehen und Klang untersucht wurden. Das Debütalbum bare erschien im Herbst 2018 unter dem Pseudonym rouge-ah bei Kamizdat Records. Gemeinsam mit dem Elektronikmusikproduzenten Tine Vrabič – Nitz gründeten Preis das Duo II/III, das 2020 mit der EP It Could Be Paradise auf AmbientSoup debütierte. Das erste Album von II/III, two out of three, erschien im November 2025 bei Eremit Records. Seit 2022 arbeitet Preis mit der Choreografin und Filmemacherin Florentina Holzinger (Étude for Disappearing, Ophelia’s Got Talent) zusammen. 2023 war Preis Mitautor:in der Performance-Installation Area of Weaved Space gemeinsam mit Lučka Centa und Tery Žeželj am Glej Theatre (Ljubljana). 2024 nahmen Preis an Fears & Affections (Victoria Papagni, Tobibi Bienz und cockroaches, Zürich), Forma 02: Wall (Mauro Ventura, Berlin) sowie Not a Very Subtle Image, but a Persistent One (Kaitlyn Isabella Woodburn, Eva Ingver Giménez, Ben Mergelsberg, Berlin) teil.
Mir Raggam-Alji ist Künstler:in, Filmemacher:in und Kunstvermittler:in, deren Arbeiten sich aus einer queeren, postmigrantischen Perspektive mit antirassistischen und queerfeministische Fragestellungen auseinandersetzen. In der künstlerischen, forschenden und vermittelnden Praxis beschäftigt sich Raggam-Alji mit der kritischen Sichtbarmachung und Analyse tiefgreifender hegemonialer, patriarchaler, weißer Machtverhältnisse und den damit verbundenen Mechanismen gesellschaftlicher Marginalisierung und Ausgrenzung. Diese Reflexion prägen Raggam-Aljis Arbeit und spiegeln deren konsequente Haltung gegen strukturelle Ungleichheit wider. Raggam-Aljis Arbeiten wurden mit Preisen und Stipendien, wie dem Volkswagen Group Fellowship 2024, dem lime_lab Preis für transdisziplinäres Hörspiel und dem Preis der Akademie der bildenden Künste Wien ausgezeichnet.
Noushin Redjaian, geboren 1988, 2010-2017 Univ. für angewandte Kunst, Wien, Design/Mode bei Prof. Bernhard Wilhelm und Prof. Hussein Chalayan, 2012-2015, Grafik & Druckgrafik bei Prof. Jan Svenungsson, 2015-2016, Transmediale Kunst bei Prof. Brigitte Kowanz. Lebt und arbeitet in Wien. In ihrer Kunst beschäftigt sich Noushin Redjaian mit der transzendenten Natur der Symbolsprache und ihrer Konservierung. Inspiriert durch Kulturgeschichte und Poesie formt sie Objekte und Skulpturen, die mit ihrer Vergangenheit und Zukunft konfrontiert sind. Redjaian ́s Arbeiten sind aktuell in der Zone 1 auf der Vienna Contemporary zu sehen. Für das Stück `Lonely for You!´ von Natalie Assmann machte sie ebenfalls Ausstattung und Bühne am WUK performing arts, Vienna.
Sascha Anna Schall ist ein:e in Wien lebende:r bildende:r Künstler:in.
Schall arbeitet an der Schnittstelle von Performance, Kostüm, Stimme und Bühnenbild für Theater, Musik, Clubkultur und unterschiedlichste nicht-traditionelle Bühnenräume. Deren Arbeit entsteht aus einer queer-feministischen Haltung und sucht nach mutigen Räumen innerhalb und außerhalb des Körpers. Zu deren jüngsten Arbeiten zählen Auftragsprojekte für Performances an der Schwankhalle Bremen, Britney X Festival Köln, Donaufestival Krems und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin.
Sveta Schwin, in Sibirien geboren, lebt seit 2007 in Wien und arbeitet als Lichtdesignerin, vorwiegend bei Tanz- und Performanceproduktionen. Studium der Darstellenden Kunst in Bremen, Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Philosophie in Wien. Sveta schreibt und inszeniert Theaterstücke für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Dschungel Wien, Konzerthaus, Theater Spielraum, Kabelwerk u.a.). Als Autorin gewann sie den Track'5 Kurzhörspielwettbewerb 2018 der schule für dichtung. Sie kreiert eigene Lichtobjekte und Installationen.
dieKulturtanten aus Wien betreuen und begleiten Eigen- und Koproduktionen in den Bereichen Tanz, Performance, Sprechtheater und Sprechoper und realisieren spartenübergreifende Bühnenformate im zeitgenössischen Kontext.
RRRIOT - Verein zur Vermittlung und Förderung feministischen Kulturschaffens
RRRIOT ist eine kollaborative, feministische Plattform die u.a. von Therese Kaiser mitbegründet wurde. Neben dem feministischen RRRiot Festival realisierte der Verein auch die Musikreihe DISHES. Obfrau und Politikwissenschaftlerin Therese Kaiser initiierte u.a. das Frauennetzwerk Sorority, als DJ Terror ist sie fester Bestandteil der elektronischen Musikszene Wiens und ebenfalls Teil des Teams hinter HYPERREALITY - Festival for Club Culture. Gemeinsam mit Elisabeth Großschädl war sie Herausgeberin des 2021 von ihnen gegründeten feministischen Magazins period - das sich mit den Themen Wissen, Gesellschaft, Nachhaltigkeit und Kultur beschäftigte.
Tickets & Preisinfos
- WUK Onlineshop
- TicketGretchen: ticketgretchen.com
- Abendkassa WUK: nach Verfügbarkeit, Währinger Straße 59, 1090 Wien.
Die Abendkassa öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. - Wahlpreissystem:
Bei Veranstaltungen von WUK performing arts entscheidest du selbst, wie viel du zahlen kannst.
Zur Auswahl stehen € 22, € 18 und € 14.
Zusätzlich bieten wir eine ermäßigte Kategorie um € 10 für folgende Personengruppen an: Alleinerziehende, Arbeitssuchende, Sozialhilfe Empfänger_innen, Asylwerbende, Studierende, Pensionist_innen, Personen mit geringem Einkommen - Weitere Informationen zu unserem Wahlpreissystem findest du hier.
- Kulturpass: Inhaber_innen eines Kulturpasses können ihr Ticket online buchen, sofern es noch Kontingent gibt. Wir bitten darum, den Kulturpass gemeinsam mit dem Ticket bei Einlass unaufgefordert vorzuweisen.
- Rollstuhlplätze: Es steht eine limitierte Anzahl an Rollstuhlplätzen zur Verfügung. Tickets für diese Plätze sind online buchbar, sofern es noch Kontingent gibt. Für Begleitpersonen ist der Besuch gratis, wir bitten aber auch diese, den Platz online vorab in der entsprechenden Katergorie zu buchen.




















