Time

We 13.5.1998 - Sa 13.6.1998

Place

Kunsthalle Exnergasse

KEX
Art

VIKTOR ROGY

3fotoausstellung

Viktor Rogy<o:p></o:p>

I LOVE YOU - PRIVATFILM<o:p></o:p>

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Vernissage: Mi, 13. 5. 1998

<o:p></o:p>Bei dem im Jahr 1924 geborenen Kärntner Künstler handelt es sich um ein höchst komplexes Phänomen, das man nicht zuletzt nach künstlerischen Gesichtspunkten hin befragen, bestaunen, bewundern oder schlicht betrachten kann.

Ein Charakteristikum seiner Arbeit liegt in seinem Verhältnis einer Welt gegenüber, das sich wohl am besten als Ausnahmslosigkeit definieren ließe. Nach dem Motto „Nichts Menschliches ist mir fremd“ durchziehen seine Aktivitäten alle Höhen und Tiefen kultureller, politischer und sozialer Natur, die zugleich den Ausgangspunkt seiner künstlerischen Praxis darstellt. In diesem Sinne treffen wir bei Viktor Rogy auf einen Kommentator, dessen Spektrum sich von ehrlicher Anteilnahme, Betroffenheit, maßloser Liebe und bitterem Witz bis hin zum Zorn, Ekel und sogar zur Schweinerei entfaltet. <o:p></o:p>

Sein Medium ist jeweils das nächstbeste Material oder Fragment, sei es eine Schlagzeile aus der Tagespresse, ein Foto, ein Stück Holz, eine leere Flasche – konfrontiert mit einem Titel werden diese Elemente inhaltlich verbogen und gekrümmt, ins Gegenteil verkehrt oder schlicht als das belassen, was sie sind: Schlacken einer absurden, scheinheiligen und aus den Angeln gekippten Welt. <o:p></o:p>

Obgleich Viktor Rogy bereits sein siebzigstes Jahr überschritten hat, scheint die Einfachheit und Direktheit jenseits megalomaner und repräsentativer Formate, wie wir sie aus den rosigen Zeiten hochsubventionierter Kulturproduktion noch kennen, seiner Mittel eine Ökonomie des Ausdrucks zu verfolgen, die gerade für die zeitgenössische Kunstproduktion verbindlich geworden ist. <o:p></o:p>

So verwundert auch nicht, daß sich dieser Künstler bis dato staatlicher Finanzierungshilfen entzogen hat, um der Autonomie seiner Kaprizen weiterhin nachzugehen und nichts zu verschönern. Ob Viktor Rogy daher eine schöne Ausstellung zeigen wird, bleibt offen, für Abwechslung ist allerdings gesorgt. <o:p></o:p>

Andreas Spiegel in „rogy’s doppelgänger“<o:p></o:p>