Sabine Sobotka

Malerei

Seit jeher steht die genaue Beobachtung und die individuelle Wiedergabe des Menschen und seiner Gesichts- und Körperlandschaften im Mittelpunkt des Interesses der Künstlerin. Nach und nach hat sich die Umgebungsinformation reduziert, um den Fokus der Betrachtung auf die dargestellten Lebewesen rigoros zu verstärken.
"Die Malerin Sabine Sobotka, die sich seit mehreren Jahren mit der Schichtmalerei der Alten Meister befasst, hat eine annähernd perfekte Technik entwickelt, die klassische Eitempera-Öl-Malerei mit der Form einer modernen fotorealistischen Bildauffassung zu verbinden. Sobotka kombiniert eine minuziös gesetzte Strichstruktur mit weißer Eitempera unterhalb von mehreren dünn lasierten Ölschichten, sodass im Gegensatz zu
beispielsweise der Inkarnatmalerei eines Holbein, die gemalte Haut als eine leicht gitterartige, dezent schraffiert, fast schillernde Oberfläche erscheint." (René Alexander Herar)
Die aktuellen Arbeiten konzentrieren sich auf das Wechselspiel von den dargestellten "Bildprotagonisten" und dem sie umgebenden Raum beziehungsweise dem sie umgebenden "Nicht-Raum". Im Zentrum der Malerei steht das detailliert dargestellte Individuum. Präsentiert wird es mit der ihm eigenen Mimik, Haltung und Gefühlsstimmung, Informationen zum Hintergrund sind allerdings so gut wie immer abwesend.Mit den wenigen ihm dabei zur Verfügung stehenden Requisiten entwickelt sich seine Existenz wie auf einer Bühne vor einer informationslosen Farbfläche. Dieser
informationslose - gleichsam entleerte - Raum verweigert sich so seiner tatsächlichen räumlichen und zeitlichen Einordnung. Das Dargestellte gerät auf diese Weise in ein Spannungsverhältnis zur entleerten, es aber zugleich tragenden Hintergrundfolie. Ungeklärt bleibt für mich selbst, welche Gegenüberstellung hier in extremis entsteht - in welchem ontologischen Raum befinden sich meine gemalten Lebewesen. Was ist Leben - auf was für einer "Bühne" spielt es sich ab? Was befindet sich hinter dem Vorhang und ist da überhaupt etwas außer Singularität?

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