René Herar

Painter - Digital Artist

“In den Waldbildern von René Alexander Herar finden sich zahlreiche Stämme, zum Teil in Schichten angeordnet, vor einem  verschwommenen, lichterfüllten Hintergrund. Sie scheinen sich dabei stellenweise bereits aufzulösen und in den nicht näher definierten Umraum aus zu fließen. Die Grenzen des Gegenständlichen lösen sich auf und alles diffundiert in einen Raum der selbst nicht näher definiert und frei von Begrenzungen ist. Der Betrachter findet sich vor einem unendlichen, grenzenlosen Raum wieder, der in seiner Offenheit und Freiheit den Betrachter zur Kontemplation einlädt.“ Sabine Rosa Sobotka

“Somit sind die dunklen, vertikalen Strukturen als Bäume zu bezeichnen, jedoch ohne Gehalt. Sie sind reduziert auf formale Eindrücke aus der Natur, die aufgrund des Gegenlichts zu einer Reizung des Auges führen. Die Helligkeit bestimmt nicht nur die Umrisse der Bäume, sie löst sie auch an ihren Rändern auf. Das Licht wirkt sich auf die Substanz aus.“ Milena Greif

“Die Bilder von René Herar haben deshalb, allen bisher beschriebenen Merkmalen zum Trotz, die Ikonologie doch nicht hinter sich gelassen. Sie ist für ihn da, um eine grundlegende Haltung zur Weltwahrnehmung zu vergegenwärtigen. Im Katalog „XXIV“ beschreibt der Künstler das ihn seit seiner Kindheit beeindruckende Erlebnis der Dämmerung: Die Veränderung der Farbigkeit und der scheinbaren räumlichen Ausdehnung der Natur, das kurze, jedoch nachhaltig wirksame Moment, wenn plötzlich Windstille herrscht und sich sogar der Geruch der Umwelt ändert. Er nennt dies eine „Zeit konzentrierter Achtsamkeit“, wenn sich das Gehirn nicht mehr entscheiden kann, ob die Wahrnehmung „mittels Zäpfchen oder Stäbchen erfolgen soll“, „ob noch genug Farbe in der Welt ist, oder ob schon das skotopische Sehen angemessen ist, das beim Menschen nur mehr Hell- und Dunkel-Eindrücke verarbeitet.“ Die Weltwahrnehmung kippt an einem bestimmten Punkt, Details mit geringem Kontrast verschwinden, Gegenstände verlieren ihre Farbe. Obwohl es unmöglich ist, diese punktuellen, multiplen Sensationen in Malerei zu formulieren, muss er es als Künstler doch stets versuchen und doch stets drauf hinarbeiten, die in der sichtbaren Existenz gebrochene Universalität des Daseins in ein Bild zu gießen; selbst wenn es nur als Surrogat möglich ist. Oder wie es der Künstler anschaulich beschreibt: Um eine Ahnung davon zu vermitteln, „was dort am Rande der Dunkelheit passiert, wo der Schein unserer am Abend entzündeten Feuer endet“. Milena Greif

“Unser Sehen ist immer genährt von unserem Vorwissen, der kulturellen Prägung wie auch der gesammelten Erfahrung und somit ist dieses Sehen immer assoziativ, eine Verkettung von Ideen, die sich einstellen. Das, was wir auf diesem Weg versuchen zu benennen, hat Roland Barthes „studium“ genannt – wir erkennen das Ballspiel, den Tanz, die Fassadennetze, können einen Wald hintern den überstrahlten Formationen von René Herar erahnen… damit ist eine Art allgemeines Interesse gemeint, das Interesse, etwas zu entschlüsseln, eine  Aussage zu erkennen und zu benennen, sich absichtlich daran zu beteiligen, zu begreifen, was gemeint ist, wie ein Vertrag zwischen Urheber und Verbraucher, um die Absichten des Autors nachzuvollziehen.“ Ruth Horak

“Wie es benennen? Wie es angehen? Dieses Etwas, dieses Dennoch befinden sich am Ort einer Öffnung und einer Spaltung, wo die Vision hin- und hergerissen ist zwischen Sehen und Anblicken, wo das Bild hin- und hergerissen ist zwischen Repräsentieren und Präsentieren. In diesem Riß arbeitet etwas, das ich nicht fassen kann - oder das mich, dauerhaft, nicht ganz fassen kann -, da ich nicht träume, das mich aber dennoch in der Sichtbarkeit eines Gemäldes heimsucht wie ein kurzlebiges und partielles Blickereignis.“ Georges Didi-Huberman

 

Ich stimme zu, dass diese Seite Cookies für Analysen verwendet. Mehr erfahren.