Eine Frau beim Fitness Training
Zeit

Mi 03. Oktober 2018, 13.00 Uhr - 17.00 Uhr

Ort

Saal

Bildung und BeratungDiskussionVortrag
WUK Bildungs- und Beratungstag

Harder, better, faster, stronger

Müssen wir alle immer besser werden?

Hier finden Sie die Informationen in einfacher Sprache.

Wer sich in der digitalen Arbeitswelt behaupten will, hat keine Wahl: besser, schneller, effektiver, lautet die Devise. Einen Arbeitsplatz zu finden, ist oft mit einem Zwang zur Selbstoptimierung verbunden. Was aber, wenn Menschen diesem Druck nicht standhalten, wenn sie nicht mithalten können?

Menschen werden gezwungen, sich an immer größere Herausforderungen anzupassen. Indem gesellschaftliche Rahmenbedingungen ausgeblendet werden, wird die Verantwortung für den Erfolg am Arbeitsmarkt auf das Individuum abgewälzt. Beim WUK Bildungs- und Beratungstag 2018 suchen wir nach Alternativen. Wie kann an Stelle der erzwungenen Anpassung die Fähigkeit zum selbstbestimmten und reflektierten Handeln Platz greifen? Was brauchen Menschen, deren Anpassungsfähigkeit offenbar ausgereizt ist, um gesellschaftliche Teilhabe erfahren zu können?

Programm

Nina Eckstein: DIE STETIGE ARBEIT AN SICH SELBST

Zwischen selbstbestimmter Persönlichkeitsentfaltung und neoliberaler Anpassung

In Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 heißt es u.a.: „Jede_r hat das Recht auf Bildung […]. Die Bildung muss auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und auf die Stärkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein.“ Im Jahr 2018 dient Bildung nicht hauptsächlich der Selbstentfaltung und Selbstermächtigung, sondern als vorrangige Voraussetzung für bessere Verwertbarkeit der eigenen Arbeitskraft. Nur wer sich stetig (weiter)bildet, lebenslang lernt und sich selbst diszipliniert, dem_der wird (wirtschaftlicher) Erfolg versprochen. Verschwiegen wird dabei, dass trotz ständiger Weiterbildung und Selbstausbeutung der Arbeitsmarkt nicht allen zugänglich ist. Dahinter gelagerte gesellschaftliche Ungleichheiten und Diskriminierungen sowie grundsätzliche Verteilungsfragen werden dem neoliberalen Zeitgeist entsprechend ausgeblendet. In diesem Vortrag wird diesen Entwicklungen und Diskursen nachgegangen.
 

Franz Schandl: JENSEITS DER DRANGSALIERUNG

Das Arbeitslosenexperiment Sinnvoll tätig sein (STS) aus Heidenreichstein

Um die Entstehung und Entwicklung des von der Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel geleiteten Grundeinkommensprojektes Sinnvoll tätig sein geht es im Vortrag von Franz Schandl. Arbeitslosigkeit wird als gesellschaftliches Phänomen und nicht als individuelles Problem betrachtet. Im Zentrum der Überlegungen stehen die Langzeitarbeitslosen selbst, vor allem wie sie jenseits von Drangsalierung, Optimierung, Disziplinierung ihre Möglichkeiten auf verschiedenster Ebene entfalten können und das auch tun. „Was will ich?“ ist die zentrale Frage, nicht „Was wird von mir gewollt?“ Es geht sowohl um die innere als auch die äußere Wirkung. Wie geht es den Betroffenen und wie reagiert die Umgebung?
 

Verein sprungbrett: DER DRUCK ZUR SELBSTOPTIMIERUNG

Einblicke in die Praxis einer Mädchenberatungsstelle

Die Anforderung, alles immer besser, schöner, schneller und effektiver machen zu müssen, trifft auch jene Personen, die von arbeitsmarktpolitischen Bildungs- und Beratungseinrichtungen unterstützt werden. Anhand von Beispielen aus dem Arbeitsalltag des Vereins sprungbrett geht der Beitrag auf die Auswirkungen des zunehmenden Drucks auf Berater_innen, Klient_innen und Ausbildungsbetriebe ein und gibt Anregungen zum Weiterdenken.
 

Publikumsdiskussion: WEGE IN DIE SELBSTERMÄCHTIGUNG

Arbeitslosigkeit wird zu einem Problem der mangelnden Kompetenzen der Betroffenen umgedeutet. Wie können Rahmenbedingungen aussehen, damit alle Menschen am Arbeitsmarkt teilhaben können? Was können arbeitsmarktpolitische Bildungs- und Beratungseinrichtungen beitragen, um den Weg von der Selbstoptimierung hin zur Selbstermächtigung zu unterstützen?

Anmeldung

Die Teilnahme ist kostenfrei.

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Barrierefreiheit

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  • eine Schriftdolmetsch-Leistung
  • Zusammenfassungen in Leichter Sprache

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Women's Euro 2017 Public Viewing im WUK (c) Niko Ostermann
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