Anfänge, die zuhörenDas Programm bei WUK performing arts im neuen Jahr beginnt früh. Aber nicht leise. Im Jänner öffnen wir den Raum für Arbeiten, die nicht beschleunigen, sondern aufmerksam machen: für Stimmen, Pausen und Formen von Nähe, die sich nicht sofort festschreiben lassen. Es sind Anfänge, die zuhören. Dem, was gesagt wird. Und dem, was dazwischen liegt. Über Vergänglichkeit sprechenIn That it will never come again makes life so sweet stellt Laia Fabre junge Menschen ins Zentrum. Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren sprechen über den Tod – ohne Tabus, ohne Sentimentalität, mit Klarheit, Humor und überraschender Offenheit. Die Bühne wird zum geteilten Raum, in dem Alltag und existenzielle Fragen aufeinandertreffen. Ein Stück für Erwachsene, gespielt von jungen Menschen, das nicht erklärt, sondern teilt. Begleitend zur Performance ist hier ein Gespräch mit den Jugendlichen zu lesen, entstanden während der Proben: über Vergänglichkeit, Erfahrungen aus der Corona-Zeit und darüber, wie es ist, diese Fragen gemeinsam auf der Bühne zu verhandeln. Geteilte Abende, geteilte ZuständeMit Dictée von Francesca Ferrari und intimacies/amores/01 treffen im Jänner zwei Arbeiten aufeinander, die sich aus unterschiedlichen Richtungen ähnlichen Fragen nähern: Wie formen Sprache, Ordnung und Begehren unsere Körper, unsere Wahrnehmung, unser Miteinander? Dictée entwirft im Saal einen imaginären Warteraum, in dem Sprache als Diktat, Rhythmus und politische Ordnung sichtbar wird. Drei Performer*innen durchlaufen körperlich und stimmlich Zustände des Diktierens und der Abweichung, in einem Zeitvakuum zwischen Kontrolle und poetischer Öffnung. Mit: Louise Trueheart, Luca Bonamore An den Abenden Sa 17.1. und So 18.1. wird vorab eine Weiterentwicklung der Performancereihe intimacies im Projektraum gezeigt. Es sind vergünstigte Kombitickets verfügbar. intimacies/amores/01 verwebt performative Skizzen zu einer varietéhaften Konstellation amouröser Wissenspraktiken. Historische Texte, körperliche Erfahrungen und erotische Affekte werden zu geteilten Intensitäten, die Begegnung nicht festschreiben, sondern möglich machen. Mit: Joscha Baltha, Martina De Dominicis, Fatima Dramé, Nick Romeo Reimann, Olivia Axel Scheucher, Elena Wolff. Feiern als PraxisMit dem Workshop 2 Hours Party! öffnen Alberto Cissello, Luigi Guerrieri, Sunggu Hong, Jolyane Langlois und Christina Rauchbauer einen gemeinsamen Arbeitsraum. Von 12. bis 16. Jänner wird eine Woche lang jeden Vormittag zwei Stunden gefeiert – als Recherche, als körperliche Praxis, als kollektive Erfahrung. Ein Einblick in den Prozess von PARTY!, einer Performance von Luigi Guerrieri, welche im März 2026 bei uns Premiere feiert. Zum Abschluss des MonatsPCCC* #27: Long live the loser! mit Denice Bourbon kehrt im Jänner zurück – und macht das Scheitern einmal mehr zur besten Ausgangslage für gemeinsames Lachen. Und an den letzten Jänner-Abenden bringt Flóra Boros mit violet glace eine Arbeit auf die Bühne, die Sinnlichkeit neu rahmt und einen Blick anbietet, der verweilt, ohne zu vereinnahmen. Im Jänner geht es bei WUK performing arts um Formen von Nähe, die sich nicht festlegen lassen: um jugendliche Stimmen, um kollektives Feiern, um Sprache als Ordnung und Abweichung, um Begehren jenseits klarer Zuschreibungen. Arbeiten, die Zeit brauchen und Zeit geben. Ein Anfang, der nicht beschleunigt. Sondern zuhört. Herzliche Grüße und erholsame Feiertage, Andreas, Anežka und Rebekka |