Gehe zu Menü 1. Ebene Menü 2. Ebene Menü 3. Ebene Inhalt Heutige Termine Nächsten 3 Tage Diese Woche Nächsten 2 Wochen Dieses Monat Nächste 2 Monate

WUK Umweltblog

25 Jahre Hainburg

Posted @ 1/5/2010 11:48 AM By Wolfgang Rehm

Veröffentlicht in [Umwelt] | 0 Kommentare

Mit der Aubesetzung von Hainburg jährt sich eines der bedeutendsten Ereignisse der jüngeren österreiichischen Zeitgeschichte zum 25. Mal. Hainburg erlangte landesweite Bedeutung nicht nur wegen der erfolgreichen Verhinderung eines Kraftwerksbaus, die in weiterer Folge zur Einrichtung eines Nationalparks in den Donauauen führte. Mit Hainburg war auf einer viel breiteren Ebene ein wichtiges Signal verbunden: Die Zivilgesellschaft war nicht mehr bereit, auch aus grundsätzlichen demokratiepolitischen Gründen, die zur Durchsetzung des Kraftwerksbaus ergriffene Vorgangsweise hinzunehmen und setzte in weiterer Folge einen beispiellosen Akt zivilen Ungehorsams.

 Trotz des unbestreitbar großen Erfolges von „Hainburg“ muss eine Bilanz aus heutiger Sicht zwiespältig ausfallen. Einerseits wurde ein Kraftwerk verhindert und ein starkes Zeichen gesetzt, andererseits ist dadurch ein Symbol entstanden, das gar nicht so wenigen Akteuren in Politik und Wirtschaft gerade wegen des Symbolcharakters nach wie ein „Dorn im Auge“ ist, den sie gerne beseitigen würden, um wieder zur „guten alten Zeit davor“ zurückkehren zu können. (als Beispiel sei etwa nur Ex-Finanzminister Androsch herausgegriffen).
Andererseits sind sowohl auf der Ebene der von der Hainburg-Bewegung stark thematisierten Energiepolitik als auch bei der Frage von Demokratiepolitik und Partizipation die für erforderlich erachteten Durchbrüche ausgeblieben, fehlt eine echte Öffentlichkeitsbeteiligung nach wie vor, auch wenn die Konfliktlinien und Gegensätze nicht mehr so offensichtlich zutage treten, wie noch vor 25 Jahren. Aber auch um die Gestaltung des Flußabschnittes der Donau östlich von Wien, der letztlich zum Kondensationspunkt des „Hainburg“-Konflikts wurde, wogen immer wieder und nach wie vor noch Auseinandersetzungen.

Es wäre kein Beitrag für einen WUK Umweltblog, wenn nicht auch noch zumindest kurz auf die Rolle, die das WUK im Rahmen von Hainburg gespielt hat, eingegangen werden würde. Hainburg passierte in einer Zeit, in der das WUK selbst noch vergleichsweise jung war. Dass das WUK ebenfalls aus einer BürgerInnenbewegung entstanden ist, die sich in heutiger Diktion als zivilgesellschaftlich umschreiben lässt, war Voraussetzung für ein kongeniales Zusammenwirken. So fuhren zahlreiche WUK-Tätige in die AU und war das WUK idealer Ort zur Abwicklung basisdemokratischer Vorbereitungs- und Diskussionsprozesse, nicht nur rund um Hainburg, sondern auch in der Zeit danach. Nicht zuletzt ist die Tatsache, dass es im WUK heute ein Umweltbureau gibt, genau darauf zurückzuführen. Der Erlebnisbericht eines Aubesetzers im 1985 erschienenen Basisbuch, der aus der Au kommend das WUK suchte und sich stattdessen offensichtlich ortsunkundig im damaligen Volksbegehrensbüro in der Alserstraße wiederfindet, war im übrigen für den Autor dieser Zeilen die erste urkundliche Erwähnung des WUK. Wer weiß, vielleicht war das schon eine Art Prädisposition, die dazu geführt hat, dass ich letztendlich dann im Herbst 1985 selbst im WUK „gelandet“ bin?

Mehr zu Hainburg: www.20-jahre-hainburg.at, www.hainburg20.at

WR
 

Share this Post

Kommentare

Um mitzudiskutieren, müssen Sie sich einloggen!

There are no comments.