Werkstätten- und Kulturhaus
JULI 2010
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Einführende Worte: Angelika Romauch Lesung: Petra Ganglbauer „Der Himme wartetl “
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AUSSTELLUNG
Friedl Dicker: Politische Fotomontagen 1932/33
Österreich zu Beginn der 1930er Jahre: Rund 400.000 Menschen sind infolge der Wirtschaftskrise arbeitslos gemeldet. Tausende leben jenseits der Armutsgrenze. Das gesellschaftliche und politische Klima ist geprägt von bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Eine Terrorwelle der Nazis mit Sabotageakten, Sprengstoffattentaten und Morden hat eingesetzt. Straßenkämpfe zwischen Schutzbund, Heimwehr und SA sind an der Tagesordnung. In Deutschland wird Hitler zum Reichskanzler ernannt. Die „Notverordnung zum Schutze des deutschen Volkes“ erlaubt seinen paramilitärischen Verbänden die gnadenlose Verfolgung politischer Gegner. Die ersten KZ werden errichtet. So sieht sie aus, diese Welt, die Friedl Dicker, österreichische Innenarchitektin, Designerin, Bühnenbildnerin und Pädagogin in ihrer sechsteiligen Serie von Fotomontagen beschreibt, die 1932/33 entstanden ist. Dabei versucht die Künstlerin anhand von Analysen der Themenkomplexe Nationalsozialismus, Weltwirtschaftskrise, Geburtenregelung, Erziehung, Ernährung und Wohnen sowohl die zeitrelevantesten Diskurse zu erfassen, als auch die Komplexität gesellschaftlicher Zusammenhänge, die Beziehungen zwischen privaten und ökonomisch-politischen Strukturen aufzuzeigen. Im Zentrum ihrer Darstellungen einer vom Kapitalismus beherrschten Welt steht der unterdrückte und ausgebeutete proletarische Mensch, wobei das Kind als hilfloses Opfer des Systems, aber auch als „Hoffnungsträger“ der nächsten Generation, die Hauptrolle spielt. Die Fotomontagen spiegeln das damals schon sehr ausgeprägte soziale Bewusstsein von Friedl Dicker-Brandeis wieder. Ihr späteres Engagement für Kinder des KZ Theresienstadt wird wohl für immer unvergessen bleiben.
Konzept und wissenschaftliche Bearbeitung: Angelika Romauch
INFO & SERVICE
Einführende Worte: Angelika Romauch Lesung: Petra Ganglbauer „DER HIMMEL WARTET“
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