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Die Fotogalerie Wien wird 2010 erstmals eine der acht jährlich stattfindenden Ausstellungen einem/einer jungen aufstrebenden KünstlerIn als Einzelausstellung widmen. Die neue Ausstellungsreihe fungiert als Plattform und Sprungbrett für KünstlerInnen, die gerade am Beginn ihrer Karriere stehen, aber bereits über ein umfangreiches Werk verfügen, das einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Ziel ist es, eine nachhaltige Bekanntheit für die/den ausgewählte/n KünstlerIn zu schaffen. SOLO ist eine Bestandsaufnahme aktueller Arbeiten und soll gleichzeitig den Fokus auf einen großen Werkblock der künstlerischen Arbeit des/der ausgewählten Künstler/In lenken.

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AUSSTELLUNG

Corinne L. Rusch (CH/A)

Solo I


badrutts palace & co und thinking around und metaphors in nature

Im Projekt badrutts palace & co, das im großen Ausstellungsraum der Fotogalerie Wien gezeigt wird, sucht Corinne L. Rusch historisch relevante Hotelpaläste auf. Diese Orte bergen auf eine ganz spezifische Weise makellose Schönheit und zahlreiche Geschichten in sich. Reich und Schön trafen sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in Hotelpalästen, wie z.B. im Kulmhotel, St. Moritz. Dort feierte man Feste, quartierte sich für Wochen und Monate ein, ließ sich bedienen, betrieb Sport, begann neue Liebschaften – Intrigen waren an der Tagesordnung. Diese Atmosphäre fasziniert Rusch und inspiriert sie zu neuen Bildern. Rusch wählt unterschiedliche Aktionsräume vom Tennisplatz bis zur Lobby und inszeniert in diesen Fin de Siècle-Settings ihre Bilder. Sie sucht intakte Grand Hotels aus dieser Zeit auf, um an diesen Orten durch Interaktion aktuelle gesellschaftliche Aspekte neu in Szene zu setzten: z. B. ein Zimmer nach einem Gelage eines neureichen Bankiers; Overtime, eine Art Traumbild, in der sich die Natur ihren Raum zurückerobert und eine vergessene Tennisspielerin beinahe mit der Natur verwächst.

„Ich zeige Augenblicke, picke Höhepunkte einer Geschichte heraus und lasse das Narrative und Szenische ins Surreale kippen. Meine leblos wirkenden Akteure setze ich in identitätsstiftende Räume, wobei Gesten und Details Teil einer Erzählung werden und den Spielraum verdichten. Gelebte und gesehene Szenarien werden zur Fiktion, die das Gewöhnliche außerordentlich erscheinen und ins Absurde gleiten lassen: Ein offenes Spiel mit Figuren und Masken; eine Wirklichkeit eigener Ordnung zwischen Alltag und poetischer Form.“ (Corinne L. Rusch)

Von der Ausstellungsinstallation thinking around - metaphors in nature, einer seltsamen Mischung aus ausgestopften Tierhäuten und Fotografien, die im kleinen Ausstellungsraum zu sehen sein wird, geht eine beunruhigende Atmosphäre aus. In ihrer Installation untersucht die Künstlerin mit Ironie nahe liegende, aber selten beachtete Parallelen zwischen dem Wunsch des Menschen nach Schönheit und Jugend und der Präparation von Tierkörpern. Die künstliche Konservierung von wilden oder domestizierten Tieren kann als Ausdruck menschlichen Besitzstrebens und Machtanspruchs verstanden werden. Die dichten Mittelformat-Fotografien, in irritierender Weise zwischen einer Serie von präparierten Tierhintern hängend, scheinen Szenen aus dem Hinterzimmer eines Tierpräparators darzustellen. Inmitten von Tigerstreifen und Glasaugen entdeckt man Frauenkörper – allesamt namenlos und die gleiche Leblosigkeit ausstrahlend wie die präparierten Tierkörper. Diese physische Gegenüberstellung ist sowohl Ruschs Metapher für Natur als auch ein Verweis auf unmittelbare Zusammenhänge zwischen dem Jagdsport und der gesellschaftlichen Obsession nach so genannten „trophy wives“.
 


INFO & SERVICE

Öffnungszeiten

Di bis Fr 14-19 Uhr
Sa 10-14 Uhr

Fotogalerie Wien

ZUSATZINFO

Eröffnung: Mo 22. Februar, 19 Uhr

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