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Wie kann ich Räume nutzen?

Es gibt zwei Möglichkeiten als Gruppe oder Einzelperson die Räume und Infrastruktur der ttp WUK zu nutzen. Variante eins ist, dass Du eine der 26 Fixgruppen oder eine Gastgruppe wirst, dazu gibt es zwei mal im Jahr ein Aufnahmegespräch. Die schriftlichen Bewerbungsfristen und Termine für das Info- und Aufnahmegespräch werden auf der Homepage bekannt gegeben.

Mit Variante zwei wirst Du Restzeitnutzer und nützt die nicht verwendeten Raumzeiten der Fix- und Gastgruppen; dafür gibt es keine Ausschreibung sondern es erfolgt lediglich per Anmeldung.

Mehr Informationen zur Restzeitnutzung gibt es bei johannes.benker@wuk.at


 

tanztheaterperformance WUK

Proberäume, Produktion, Training, Research

Die tanztheaterperformance WUK oder ttp WUK - ist ein selbstverwaltetes Kollektiv im Wiener Werkstätten- und Kulturhaus WUK. Rund 26 Gruppen der freien Szene Wien, die in den Bereichen Theater, Tanz und Performance verortet sind, nutzen die Räumlichkeiten der ttp WUK für künstlerische Zwecke. Den Gruppen steht subventionierter Raum für Produktion und Research, für Trainings und Workshops zur Verfügung. 3 Proberäume/Studios, das Theaterbüro mit zwei Internetarbeitsplätzen und einer guten Büroinfrastruktur sowie technisches Equipment für den Probenbetrieb sind vorhanden.

Die ttp WUK ist demokratisch als Arbeitsgemeinschaft organisiert: Das Plenum umfasst alle Fix- und Gastgruppen und ist die oberste Entscheidungsinstanz; ein Kollektiv bestehend aus sieben Personen sowie Vertreter/innen in den Bereichen Finanzen, Kommunikation und Künstlerisches zeichnen sich für den laufenden Betrieb der ttp verantwortlich, 

Die ttp WUK versendet wöchentlich einen Newsletter (Dienstagsmail) an ihre Mitglieder/innen, der über interne Belange informiert sowie aktuelle Informationen aus der Theater-, Tanz- und Performance-Szene aufbereitet. Eine gemeinsame E-mail-Adressdatenbank zur Bewerbung von Veranstaltungen kann von den Gruppen verwendet werden.

Die ttp WUK hat bis zum Jahr 2011 die KünstlerInnen-Initiative Im_flieger unterstützt. Sie ist mit verschiedenen Bereichen des Werkstätten- und Kulturhauses vernetzt, wodurch interdisziplinäre Projekte, kontinuierliche Veröffentlichungen sowie Festivals realisiert werden.

Die ttp WUK stellt freies Raumpotential zur Verfügung und bietet damit einen Platz in ihrer selbstverwalteten Struktur an. Die Bereitschaft, sich aktiv in jene einzubringen, ist Voraussetzung für eine Aufnahme.

 

Wir vermissen dich...

Gerda Schorsch

GERDA SCHORSCH (1970 – 2012)

 „Als Kind hab ich eine sehr starke Vision gehabt: Ich werde Tänzerin“, hat Gerda vor zwei Jahren in einem Interview erzählt, das in einem Buch über prekäre Berufsbiographien erschienen ist. Auch privat hat sie immer wieder von diesem Bild gesprochen – und starke Bilder waren es, die sie angespornt und motiviert haben. Und so ist die 1970 in Klagenfurt geborene Gerda nach einer abgeschlossenen Ausbildung zur medizinisch-technischen Analytikerin, drei Jahren Laborarbeit im AKH und einem parallel dazu aufgenommenen Studium der Medizin doch zum Tanz gekommen.

Vom Lernen fürs Medizinstudium habe sie Rückenschmerzen und Depressionen bekommen, erzählt Gerda in dem Interview. Auf Rat einer Bekannten sei sie dann in ein Tanzstudio gegangen. Durch das Drauflostanzen hat sie ein Gefühl der Freiheit entdeckt und wusste: „Das ist meins. Das ist es, was ich immer machen wollte.“
1995 meldete sie sich für die Aufnahmeprüfung am Konservatorium an und wird aufgenommen – als Älteste in ihrer Klasse. „Aber im Körper war ich die Jüngste“, erzählt sie. „Da gibt’s schon einiges aufzuholen. Da bist du im Tanz quasi ein Kleinkind.“
Die Art des Studiums kam ihr entgegen: Sie konnte nun endlich die in ihr schlummernde Kreativität entfalten. Und auch außerhalb der Uni machte sie erste Erfahrungen mit künstlerischer Arbeit: Sie schloss sich der Straßentheatergruppe „Die Amsel“ an, gegründet von den Brüdern Alexander und Peter Uhl. Gemeinsam entwickelte das Ensemble märchenhafte Stücke und verwendete dabei groteske Masken. Musiker begleiteten die Truppe bei ihren Auftritten in Fußgängerzonen und öffentlichen Plätzen. Gerda konnte ihr komödiantisches Talent dabei voll ausleben und brachte zusätzlich eine sensible Note in die oft recht schrillen und lustigen Amsel-Stücke.
Nach Beendigung ihres Studiums begann Gerda, Tanz- und Bewegungskurse für Erwachsene zu organisieren. „Ich konnte viel ausprobieren, weil die TeilnehmerInnen so offen waren“, erzählt sie. In diesen Kursen entwickelte Gerda ihre ganz persönliche Tanzpädagogik: Mit Improvisationsübungen förderte und forderte sie die Spontaneität ihrer Schützlinge. Dabei verstand sie es wie kaum jemand sonst, zugleich sanft und beharrlich zu sein und ihre KursteilnehmerInnen mit ihrer Offenheit und ihrem Witz ansteckte und aus der Reserve zu locken.
Eine der wichtigsten Begegnungen ihres Lebens ereignete sich gegen Ende ihres Studiums, als sie eine Performance des „Carpa Theaters“ besuchte. „Ich war total begeistert“, erzählt sie. „die machten Theaterstücke mit großem Körpereinsatz. Da wusste ich: Das will ich machen.“ Sie kontaktierte den Leiter des Ensembles, den mexikanischen Regisseur und Schauspieler Miguel Angel Gaspar, und bat ihn darum, in die Trainingsgruppe aufgenommen zu werden. Miguel warnte sie: „Ich sag dir gleich, die Tänzer verlassen unsere Gruppe immer schnell, denen ist das zu anstrengend.“ Gerda schreckte das nicht ab, sondern motivierte sie nur noch stärker. Bis zum Ausbruch ihrer Krankheit bleibt sie ein fixer Bestandteil des Ensembles. „Das ist meine Heimat“, erzählt sie. „Das ist ein Feld, wo ich ständig Neues erfahre.“
Auf der Suche nach dem Neuen – das war wohl Gerdas stärkste Triebfeder in ihrer Arbeit und auch in ihrem Leben. Ein Geburtsmensch sei sie, hat Gerda über sich selbst gesagt und dabei auch die Mühen mitgemeint, die damit verbunden waren. Von Beginn ihrer künstlerischen Arbeit an begleitete sie auch eine große existenzielle Unsicherheit, die ihr mal mehr, mal weniger zu schaffen machte. Trotzdem blieb sie dran, weil sie wusste, dass sie noch unglücklicher wäre, wenn sie ihre Kreativität und ihr künstlerisches Talent nicht ausleben könnte.
Und so folgten nach dem Studium Jahre der Aufbauarbeit und des Hineinwachsens in die freie Wiener Tanz- und Theaterszene. Gerda entwickelte zunächst kleinere Solostücke. Die Arbeit „noch kein stück“ aus dem Jahr 2004 war ein erster Höhepunkt ihres Schaffens. Ausgestattet mit einem Stipendium des „tanzpool“-Festivals begann sie das Stück zu entwickeln. Und wie der Titel schon vermuten lässt, fiel es ihr zunächst gar nicht leicht, aus den ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten etwas zu machen. Lange probierte sie herum – bis sie eines Tages die ideale Form gefunden hatte: ein Stück über die Mühen des Stückemachens, über die harte Arbeit und die Angst vor dem Scheitern, die hinter künstlerischer Arbeit oft steckt, aber selten sichtbar wird. Die ZuseherInnen waren bei der Präsentation tief berührt von Gerdas radikaler Ehrlichkeit und ihrem Mut, über all die Gefühle der Unsicherheit und der Angst zu sprechen und diesen Gefühlen auch in ihrem Tanz Ausdruck zu verleihen. 
Neben dem Carpa Theater, ihrer Soloarbeit und Auftritten mit der Tanztheatercompagnie „Smafu“ waren es vor allem zwei Gruppenkonstellationen, mit denen sie in den Jahren von 2003 bis 2010 regelmäßig kooperierte: das Ensemble um die Performerin Miki Malör und die Tanztheatergruppe konnex. In beiden Gruppen konnte Gerda ihre verspielte und verrückte Ader ausleben, konnte in der gemeinsamen Probenarbeit Figuren entwickeln, die großes und kleines Publikum gleichermaßen begeisterten, amüsierten und oft auch tief berührten. Über die gemeinsame Arbeit entstand ein lebendiges Netzwerk an Freundschaften. Vor allem das konnex-Ensemble war für Gerda auch menschlich ein Ort der Geborgenheit, des Austausches und der gegenseitigen Hilfe – neben dem Carpa-Theater sozusagen die zweite Kunstfamilie.
Besonders intensive Kooperationen und Freundschaften verbanden Gerda auch mit Künstlern aus anderen Disziplinen. Da sind die bildenden Künstler Karl-Heinz Ströhle und ManfreDu Schuh, in deren Klassen auf der Universität für Angewandte Kunst Gerda jahrelang als Performance-Model arbeitete. Zu nennen wäre auch ihre Kooperation mit der Philosophin und Bildhauerin Elisabeth von Samsonow. Künstlerischer Austausch spielte in ihren Lebens- und Liebesbeziehungen mit dem Pianisten Marco Annau und mir, dem Schriftsteller Helmut Neundlinger, eine große Rolle. Mit mir verband sie eine Herzensfreundschaft und ein Vertrauensverhältnis, das bis zu ihrem Ende aufrecht blieb und für das ich ihr unendlich dankbar bin.
In ihrer Arbeit mit der Künstler-Familie Kaufmann trafen Musik, Film, Performance und darstellendes Spiel in dichten, spektakulären Stücken aufeinander. Mit einigen dieser Arbeiten war Gerda auch im Ausland zu sehen. Künstlerische Reisen hatten eine besondere Bedeutung für sie: zum Einen, weil sie diese als besonderen Lohn für ihre disziplinierte Arbeit empfand, und zum Anderen, weil sie mit ihrem Tanz die Grenzen der Sprache überwinden und auf diese Weise mit der ganzen Welt kommunizieren konnte.
Intensiv und vielschichtig war schließlich in den vergangenen beiden Jahren auch die Arbeit mit ihrem Kunst- und Lebenspartner Matthias Mollner. Hier schien alles zusammenzufließen, was Gerda an Erfahrungen auf ihrem bisherigen Weg gesammelt hatte: Performance, bildende Kunst, Video. Sogar eine künstlerische Kooperation mit Waldviertler Jungschweinen stand auf dem Programm, die die Wiener Medienlandschaft im November 2011 ein paar Tage lang beschäftigte. Mit Matthias bereicherte sie das Wiener Stadtleben durch humorvolle und buchstäblich seiltänzerische Akte, als sich die beiden etwa einmal mit einem Kletterseil von der Brücke im Stadtpark Richtung Kanal hinunterließen. Die eilig dazu gestoßenen Polizisten waren davon so beeindruckt, dass sie auf einen Einsatz bis zum Ende der Performance verzichteten.
Auch wenn Gerda in den letzten beiden Jahren stark unter dem Gefühl der existenziellen Unsicherheit litt, blieb sie immer auf der Suche nach neuen Wegen, neuen Erfahrungen und Ausdrucksformen. Im vergangenen Jahr entstand eine Serie von Gedichten, die sie mit dem Musiker Marwan Abado in einer Performance präsentieren wollte. Und sie begann zu zeichnen – kleine, aber unglaublich ausdrucksstarke Bilder, die beide Seiten ihres einzigartigen Wesens einfingen: die extrovertierte, fröhliche ebenso wie die zarte, verletzliche und zerbrechliche.

 

KURS, WORKSHOP

Freitags- und Sonntags-Jam

Contact Improvisation

EventTeaser:Freitags- und Sonntags-Jam
Foto: rollingpoint

WUK Freitags-Jam jeden Freitag um 19.30 Uhr und WUK Sonntags-Jam jeden Sonntag um 18 Uhr im 14.07.

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ZEIT: 22. April 2011 - 21. Dezember 2012
ORT: 14.07

WORKSHOP

Der wandelbare Körper

Tanzworkshop mit Gina Battistich

EventTeaser:Der wandelbare Körper

Der Workshop basiert auf meinen Erfahrungen mit diversen zeitgenössischen Tanztechniken, Shaolin Kung Fu, Axis Syllabus und Körperarbeit, insbesondere der Feldenkrais Methode.
Wir werden erforschen, wie wir uns zentrierte, kompakte Bewegung für effiziente Fortbewegung zunutze machen können und als Gegensatz mit feiner und sequentieller Bewegung spielen, um so innerhalb der Phrasen Dynamiken variieren zu können.

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ZEIT: 15. Juni 2012 - 17. Juni 2012
ORT: Flieger